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Kleinbasler Kleinhüningen

Zum Goldenen Fass

Gute Stube, gute Küche

Nur wenige Schritte abseits der Basler Messe, gefühlt aber meilenweit entfernt vom Glamour der Art oder der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld, befindet sich das «Goldene Fass». Ein Eckhaus mitten im kleinbürgerlichen Milieu von Kleinbasel, hellblau gestrichen, teils von Efeu bewachsen, teils mit Graffiti besprayt. Im Nebenhaus eine einfache Fass-Bar mit Steinboden, einigen Stehtischen und bunt zusammengewürfeltem Mobiliar: Gerade richtig, um sich zu akklimatisieren, ein Glas vom ausgezeichneten Grauburgunder aus der Region zu trinken und eine Runde am «Spiderman» zu flippern.
20 Meter weiter gehts dann von der Strasse einige Treppenstufen hoch in die «gute Stube», das «Goldene Fass». Mit Holztischen für vielleicht 50 Gäste und angenehm gedämpftem Licht von schönen Kugellampen. Die Wände sind aus Holz oder weiss verputzt, teils auch glänzend schwarz lackiert. Das Personal ist freundlich, und man fühlt sich gleich vom ersten Moment an wohl hier. Vom zehn Weissweine umfassenden Angebot (aus sieben europäischen Ländern) wählen wir einen fruchtigen Soave aus dem Veneto (Fr. 6.50/dl). Bei den Rotweinen ist die durchaus attraktive Auswahl etwas grösser, man könnte sich auch einen Bordeaux, den Château Grand-Puy Ducasse 2000 für 89 Franken, entkorken lassen. Wir legen uns auf den Jeninser Dornoir 2013 von Jürg Obrecht fest, eine Cuvée von Dornfelder und Pinot noir, und sind ganz glücklich damit. Die Speisekarte hält auf einer halben A4-Seite drei Vorspeisen, Hauptgänge und süsse Desserts, eine Käseauswahl sowie das Menu surprise fest – drei Gänge für 55, fünf Gänge für 75 Franken.
Die originellen Gerichte im «Fass» sind durchaus finessenreich. Der gebeizte Saibling, mit gehackten Erdnüssen herrlich parfümiert, ist in ein Noriblatt gewickelt, von grob gehobelten Karotten mit etwas Zitrone begleitet und gefällt uns als erfrischende Vorspeise ausgezeichnet (Fr. 15.50). Eine spannende Entdeckung für Auge und Gaumen sind die fein geräucherten Lamm-Coquilles, zart rosa und lauwarm serviert auf ebenfalls warmen Bergamotte-Zwetschgen, mit Brunnenkresse und Kürbiskernen. Die Hauptspeise wirkt wie ein vierstöckiger Burger, schmeckt aber ausgezeichnet (Fr. 34.–) – von oben nach unten: zwei zart gebratene Felchenfilets mit etwas Crème fraîche und gebratenen Zwiebelringen, darunter eine knusprige dunkelbraune Sauerkrautrösti, diese auf einem Bett von knackigen grünen Bohnen, und zuunterst schliesslich noch ein sehr feines, kräftig gewürztes Ratatouille. Das alles lässt gerade noch Platz für eine Kugel des hausgemachten Sorbets. Was bestätigt, dass es hier, in der «guten Stube», auch eine unerhört gute Küche gibt. hjk

Hammerstrasse 108, 4057 Basel
di–sa 18.30–01 Uhr (Küche bis 22, kleine Karte bis 23.30 Uhr), mittags, mo & so geschlossen sowie Juli und August
HG Fr. 21.50–34
Gemütliche Beizen für Geniesser: Rang 2

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