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Region Basel

Wiesengarten Musetti

Entzückender Garten

Vor den Fenstern wirbelt ein Herbststürmchen Blätter durch die Luft, von Zeit zu Zeit prasseln Regentropfen auf die Scheiben. Da fühlt man sich so richtig wohl in der hübschen Gaststube im «Wiesengarten», weit draussen in Riehen, fast schon an der Grenze und an der Wiese, die hier noch ein Stückchen durch die Schweiz fliesst, um dann in Kleinhüningen in den Rhein zu münden. Obwohl die Stadt nah ist, wirkt die Umgebung wie auf dem Land; das Restaurant ist von grossen Wiesen umgeben. Zwischen der Fondation Beyeler und dem Vitra Design Museum im benachbarten Weil am Rhein liegt das Lokal an einem Ort, wo auch viele auswärtige Besucher vorbeikommen. So hören wir denn auch verschiedene Dialekte von den verschiedenen Tischen, und auch Französisch wird hinter uns gesprochen. Die Küche hier ist aber italienisch.
Empfangen werden die Gäste von Sonja Musetti, in der Küche wirkt Moreno Musetti. Der nette Kellner, der eine ganze Reihe von tagesaktuellen Gerichten aufzählt, die nicht auf der Karte stehen, kann vom Aussehen her südländische Wurzeln haben, sein Dialekt klingt nach der badischen Nachbarschaft. Die Karte bietet ein paar Antipasti wie Carpaccio vom Rind oder vom Fisch sowie Salate. Dann Pasta in verschiedenen Sorten – Spaghetti, Tagliolini, Paccheri, Strozzapreti, Gnocchi –, zu welchen man aus mehr als einem halben Dutzend Saucen auswählen kann, dann auch Cannelloni und Ravioli. Teigwaren werden sowohl als Hauptgang wie als Vorspeise serviert. Es gibt auch verschiedene Risotti. Sodann Fleischgerichte wie Rindsfilet, Tagliata di manzo und Scaloppine al limone, als frischen Meerfisch gibt es heute Wolfsbarsch.
Zum Auftakt wird uns als Amuse-Bouche ein feines Mini-Carpaccio vom Kalb mit etwas Mayonnaise serviert. Wir beginnen danach mit einem Salat, der mit einer guten Sauce angemacht ist, und mit einer kleinen Portion Ravioli mit Ricotta-Spinat-Füllung (Fr. 19.–). Die Ravioli schwimmen fast in der grosszügig zugegebenen Salbeibutter. Der Pastateig ist gut, nicht zu dick und nicht zu dünn, die Füllung schmeckt fein. Bei den Saltimbocca alla romana (Fr. 39.–) fällt neben dem zarten Kalbfleisch vor allem der würzige Schinken aus Norcia positiv auf, der Risotto dazu hätte für unseren Geschmack etwas mehr Würze ertragen. «Der Koch ist sicher nicht frisch verliebt», ist die Dame am Tisch überzeugt. Das Kalbskotelett (Fr. 46.–), eine der Tagesempfehlungen, ist gut angebraten, aber noch schön saftig, wie wir es mögen. Auch hier kann die Beilage – die angekündigten Bratkartoffeln sind dann eher dicke Fritten, die aber nicht knusprig sind – nicht mit dem Fleisch mithalten. Die Weinkarte bietet eine schöne Auswahl von guten Flaschen aus verschiedenen Regionen Italiens.
Auf dem Weg zum Auto blicken wir in das hofartige Geviert neben dem Haus und stellen uns vor, dass das im Sommer eine entzückende Gartenwirtschaft sein muss, die dem Namen des Restaurants alle Ehre macht. hpe

Weilstrasse 51, 4125 Riehen
mi–so 11.30–14 & 18–24 Uhr (Küche bis 21.30 Uhr), mo & di geschlossen sowie 23. Dezember bis 3. Januar und je zwei Wochen über Ostern und im Oktober
HG Fr. 24–51
Verführung auf Italienisch: Rang 4