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Gundeli, Bruderholz

Viertel-Kreis

Authentic Food

Der «Viertel-Kreis», ein bemerkenswertes Restaurant draussen im Dreispitz-Quartier, verdankt seinen Namen wohl dem Wohnblock, der sich zur Gundeldingerstrasse hin im Bauhaus-Stil der 1930er Jahre mit einer gewölbten Fassade präsentiert. Drinnen ist es unkompliziert gemütlich. Klinkerboden, Holzdecke, Holztische, lange Bänke entlang den runden Wänden und überall brennende Kerzen. Zu den wenigen Dekorationselementen gehören ein nostalgischer Swissair-Trolley beim Eingang und ein Holzfass mit schöner Digestif-Auswahl. Das Weinangebot ist auf einer schwarzen Wand notiert. Von 10 Weissen stammt die Hälfte aus der Schweiz, und bei den etwa 20 Roten ist der Orizzonte von Christian Zündel aus dem Tessin mit 91 Franken der preisliche Spitzenreiter.
Die Stimmung im bald einmal vollen Restaurant ist aufgeräumt und auffallend gut. Dafür sorgen Christoph Lehmann und Tanja Allemann, mit Leib und Seele Gastgeber. Nicht nur, dass sie immer und überall präsent sind und gleichwohl nie die Übersicht bei all den vielen Tischen verlieren, sie nehmen sich auch gründlich Zeit für ihre Gäste, geben zwischendurch Antwort auf jede Frage und sind ganz einfach ansteckend gut drauf. So lässt es sich Christoph Lehmann nicht nehmen, für ein paar erklärende Wort zur Speisekarte eine Weile bei uns am Tisch Platz zu nehmen. Um zum Angebot mit je fünf Vorspeisen und Hauptgängen sowie einem viergängigen Menü ganz en passant etwas von seiner Philosophie des «Authentic Food» an den Mann zu bringen. Er kenne alle seine Lieferanten persönlich, achte darauf, dass Fleisch von Tieren angeboten wird, die anständig aufwachsen, deren Fleisch vollständig verwertet wird. Deshalb sei die Karte bewusst kompakt gehalten, um Überschüssiges zu vermeiden. Nachhaltigkeit als Basis.
Unser Essen beginnt mit einer ausgezeichneten Damhirschfrikadelle (aus Möhlin), die auf Sellerie-Rotkabis-Salat mit Birnenchips angerichtet ist. Der Nüsslisalat (aus Bättwil von Ändu Heyer) schmeckt dank einer Quitten-Balsam-Vinaigrette köstlich (je Fr. 18.–). Mit dem letzten Schluck eines lieblichen Mosel-Rieslings (Fr. 8.70/dl) wechseln wir zum Roten, einem feingliedrigen Barolo 2012 von Burlotto aus dem Piemont (Fr. 84.–). Die kräftige Begleitung zu einem wunderbaren, aussen knusprig gebratenen und innen saftigen Cordon bleu (Regio-Säuli, Bergkäse aus Schönried, Beinschinken aus dem Emmental). Auf der anderen Tischseite wird die währschafte, hausgemachte Bîrtel-Bier-Saucisson, die uns Lehmann besonders ans Herz gelegt hatte, gelobt. Sie ist mit Bier der hauseigenen Brauerei zubereitet – die Mikro-Brauerei befindet sich an der Dornacherstrasse – und wird von Champagner-Sauerkraut, glasierten Kastanien und Haselnuss-Spätzle sekundiert. Deshalb trinken wir später, anstelle eines Espressos, vom obergärigen, wunderbar fruchtigen Hausbier, das in einem eleganten Glas serviert wird. hjk

Gundeldingerstrasse 505, 4053 Basel
di–fr 11.30–14 & 17.30–24, sa 17.30–24 Uhr (Küche 11.30–13.30 & 18–22 Uhr), mo, sa-mittag & so geschlossen sowie 24. Dezember bis 3. Januar
HG Fr. 32–52, Menü ab Fr. 68
Genuss pur in den Quartieren: Rang 3