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Kleinbasler Innerstadt

Trio

Radetzky

Man könnte natürlich einfach im Garten, auf der Terrasse Platz nehmen. Einen Kaffee trinken oder sich unter den Linden ein Bier oder einen Drink gönnen. Aber das «Trio», respektive die Webseite der drei Restaurant-Betreiber Roman Tschopp, Marius Thurnherr, Henning Grebe, fragt ganz allgemein: «Was darf es denn sein?» Um die Antwort gleich selbst zu geben: «Hunger und Durst.» So schauen wir also hungrig und durstig etwas spät am Abend im «Trio» vorbei und bekommen glücklicherweise ein Plätzchen, obschon wir nicht reserviert hatten. Einen Tisch von einem jungen Pärchen, das früh gegessen und früh das lebendig-fröhliche Lokal wieder verlassen hat.
Wir wissen natürlich, was wir im «Trio» bestellen möchten, schauen aber trotzdem in die Karte, auch wegen des Weins. Bei den Bordeaux, bemerken wir, hat sich einiges getan. Wir sehen einen Château du Tertre und einen Clos du Clocher auf der Karte, entscheiden uns dann aber für eine Flasche Château Côte de Baleau, einen Saint-Emilion. Rindstatar, handgeschnitten, als Einstieg? Oder eine Sellerie-Lauch-Suppe? Wir bestellen gegrillten Tintenfisch (Fr. 20.–) und das inzwischen stadtbekannte Wienerschnitzel (Fr. 42.–) – deswegen sind wir schliesslich hergekommen. Drei Arme des gebratenen Tintenfischs schlängeln sich auf unserem Vorspeisenteller um Tupfer von Petersilien-Pesto und cremig-feinen Kartoffelschaum, sehr passend die dünnen Brotcracker dazu. Danach wird das Wienerschnitzel auf einem Brett serviert (was etwas gewöhnungsbedürftig ist), mit einem Nüsslisalat in einer weissen Schale, und, ebenfalls auf dem Brett, die beiden Gläser mit lauwarmem Kartoffelsalat und Preiselbeeren. Die zwei Zitronenschnitze legen wir zur Seite. Um zum Signature-Gericht vorzustossen. Flachgeklopft dünn und goldrichtig gewellt ist es, leicht und bekömmlich und statt Paniermehl sind, wie es sein muss, Brösel verwendet worden. Ein sehr klassisches Wienerschnitzel. Glaubt man der Legende, ist selbiges ein sehr internationales Gericht. Von Byzanz, wo es mit richtigem Gold zubereitet worden sein soll, kam es zu den Arabern, später nach Andalusien, dann mit Karl V. nach Italien, wo es der gute alte Radetzky entdeckte und seinem Kaiser empfahl, womit es stracks zu einer ur-österreichischen Spezialität wurde. Eine schöne Geschichte – und auf die wollen wir mit unserem Bordeaux anstossen. wm

Klingentalstrasse 1, 4057 Basel
di–do 17–24, fr & sa 17–02 Uhr (Küche bis 22 Uhr), mittags, mo & so geschlossen
HG Fr. 26–48
Gemütliche Beizen für Geniesser: Rang 4

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