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Kleinbasler Innerstadt

Torstübli

Saugemütlich

Die Tür führt in die Wirtschaft, das grosse Holztor gleich nebenan ins sommerliche «Gärtchen». Mit einem Schritt steht man beidenorts gleich mitten drin im Glück. Wir heute in der guten Stube des «Torstübli», weil es draussen Bindfäden regnet und das gepflasterte Plätzchen im Hof bei dieser Witterung natürlich geschlossen bleibt. Drinnen mustern wir die fotografierte Prominenz der Stadt, die hier gerahmt an den Wänden hängt und die bei Lotti Weber, der Wirtin, regelmässig ein und aus zu gehen scheint. Über der Theke sind übergrosse Zifferblätter, von Omega- bis Rado-Armbanduhren, prominent platziert. Die weissen Vorhänge vor den Fenstern zur Strasse schmücken winzige Baselstab-Miniaturen. Eintretende Gäste werden mit prüfendem Blick begutachtet, was eher sympa denn unangenehm ist. Für den grossen Teil der Klientel dürfte das «Torstübli» die Stammbeiz sein.
Die Speisekarte listet alles, was man gerne isst. Wurst-Käse-Salat einfach oder garniert (Fr. 17.–/19.–) und Wienerschnitzel mit Pommes allumettes (Fr. 36.–). Leberli Madère oder in Butter. Lammragout mit Curry und Lottis Tatar. Mistchratzerli, Feuilleté mit Milken und eine ganze Seezunge vom Grill. Bei uns am Tisch fällt die Entscheidung ziemlich rasch: Kalbsgeschnetzeltes an einer Cognacsauce (mit Brösmeli-Nudeln) und Cordon bleu vom Kalb (mit Münster-Füllung) plus eine Flasche Sinfonia 2012, ein reinsortiger Merlot aus dem Tessin, von Bruna Cavalli von Chiericati Vini in Bellinzona (Fr. 75.–).
Schön angebraten ist das Geschnetzelte (Fr. 31.50), fein die Sauce, breit die Nudeln nach Grossmutters Art. Mit rässem Münster-Käse reichlich gefüllt und von zündholzdünnen Pommes begleitetet das grosse, runde Cordon bleu (42.–). Es gilt für viele Basler als bestes der Stadt, zu Recht. Dass die Portionen im «Torstübli» währschaft sind, bedarf nicht besonderer Erwähnung. Höchstens eines Hinweises: das gilt auch für die Desserts wie die Vermicelles (eins reicht für zwei) mit Schlagrahm und Meringues.
Als wir gut gelaunt die saugemütliche Beiz verlassen, ist nur noch der ovale Stammtisch besetzt. Von dort wirft uns unsere kecke Bedienung, eine nicht mehr ganz junge Elsässerin mit rauer Stimme und herbem Charme, zu einem fröhlichen «Bis zum nächsten Mal» eine Kusshand zu. wm

Riehentorstrasse 27, 4058 Basel
Mo- Fr 11:00- 24:00 Uhr, Sa-So Ruhetag
Dienstleistungen:
  • Terrasse/Garten
HG ab 26 CHF

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