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Region Basel

Sans Souci

Big Green

Wer zum zweiten Mal kommt, kennt den Weg. Die anderen müssen sich erst mal zurechtfinden im Konglomerat aus Bar, Beiz, Restaurant und Veranstaltungslocation. Wir suchen also nach dem «Sans Souci», dem Fine Dining des Hauses, und entdecken es nicht unten, wo das «Zic Zac» zum unkomplizierten Speisen lädt, Burger und Spareribs anbietet, Frühstück und Oktoberfest-Spezialitäten, sondern im ersten Stock. Gediegen geht es hier zu, die Kellnerin ist von ausnehmender Höflichkeit, die Tische sind weiss eingedeckt. Ob wir ein Brötli haben wollen, fragt der Service und bietet eine Auswahl an, der Apéro-Cocktail wird, wenn wir es richtig verstanden haben, mit italienischem Zitruslikör und Tonic Water gemixt, ein Appetithappen steht flugs bereit. Zweierlei von japanischer Erbse, würzig, angenehm.
Sollen wir das «Sans Souci» nun also in die Kategorie der Gourmetlokale einordnen? Das wohl nicht. Hier wird in elegantem Rahmen, aber durchaus straff durchgeplant serviert. Gegrilltes natürlich, ein paar Fleischgerichte jenseits des Rostes, Pasta und mehr. Entenbrust mit Orangensauce (Fr. 28.–) ist zu haben, Filet mignon mit Hummerschwanz nach Surf-and-Turf-Art (Fr. 57.–), gar das Chateaubriand für zwei, Beilagen inklusive (Fr. 65.– pro Person). Im Mittelpunkt scheint, nicht nur optisch, das grüne Ei zu stehen, der Big Green Egg. Grillexperten wissen, wovon die Rede ist – von einem mächtigen, teuren Gerät, das wir durch die Scheibe der Küche bewundern können.

Basel geht aus – TV vom 12.05.2018
Doch gemach. Die Gänseleberterrine (Fr. 24.–) ist zunächst hübsch angerichtet, mit Salat und Feigen verziert, Brioche kommt separat. Bei Tanja Grandits oder Peter Knogl gelänge so was feiner und eleganter, aber für Allschwil ist es schon eine Nummer. Das Entrecôte (Fr. 39.–) verzückt durch seine Saftigkeit und perfekt eingehaltenen Gargrad. Ja, bestätigt die Bedienung, es stamme aus dem Green Egg! Saucen sind im Preis inklusive – «Café de Paris»-Butter zum Beispiel, auch Béarnaise –, Beilagen darf man wählen. Wir nehmen, was viele nehmen: Pommes allumettes (Fr. 5.–), die hauchdünnen, knusprigen Zündholzkartoffeln.
Einen Rotwein dazu? Gern. Die Kellnerin empfiehlt Primitivo, eine Wuchtbrumme, kraftvoll, fruchtig, alkoholreich. 96 Punkte habe dieser Wein verliehen bekommen, erfahren wir, so steht es am Flaschenhals. Nichts für ungut, Herr Weinkritiker, aber da liegen wir doch etliche Punkte darunter, von Weltklasse war hier wenig zu spüren. Zum Glück gibt es Alternativen: einen Dézaley vom Hôpital des Bourgeois de la Ville de Fribourg (Fr. 58.–), den 2006er Balbás der Reserva-Kategorie aus Spanien (Fr. 89.–) oder den Amarone von Ca’ La Bionda (Fr. 109.–). Nicht nur Fleischesser werden sorgenfrei glücklich im «Sans Souci», sondern auch Weinfans.
Und Nachtischfreude? Geht so. Unsere Panna cotta mit Waldbeerencoulis (Fr. 12.–) schmeckt zu süss, da fehlt es an Finesse. wf

Baslerstrasse 355, 4123 Allschwil
Mo-Sa 17:00-24:00 Uhr
Dienstleistungen:
  • Terrasse/Garten
  • Vegetarische Gerichte
HG: ab 31 CHF

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