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Grossbasler Innerstadt

Rubino

Gelungene Überraschung

Im «Rubino», diesem luftigen, minimalistisch-eleganten Lokal in einem Altstadteckhaus, lassen sich Feinschmecker, die nicht eine lange Liste der Sachen, die sie nicht mögen oder nicht vertragen, im Kopf haben, gerne verwöhnen, ohne selber zu entscheiden, was genau nun auf den Tisch kommen soll. Denn am Abend steht hier auf der Speisekarte immer dasselbe: «Menü Surprise.» Eine oder zwei Vorspeisen, ein Hauptgang, Käse und/oder Dessert – das ist das Programm, zwei bis fünf Gänge für 63 bis 109 Franken. Bei den Vorspeisen und dem Hauptgang entscheidet man sich für Vegi, Fisch oder Fleisch. Nach diesen Vorgaben arbeitet Küchenchefin Manuela Buser dann.
Wir entscheiden uns für drei Gänge für 79 Franken: Vorspeise Fisch, Hauptgericht Fleisch und Dessert. Was es gibt, wird nicht verraten. Heute mache sie eine kleine Ausnahme, sagt uns eine der freundlichen Frauen, welche die Gäste betreuen. Die Küchenchefin habe nämlich Herbstgitzi, aber nur wenige Portionen, weshalb sie die Gäste frage, ob sie davon möchten. Klar, wir möchten!
Zuerst kommt aber knuspriges Brot mit einer leicht gesalzenen Butter und Olivenöl auf den Tisch. Und dann ein erster «Gruss aus der Küche»: ein Kürbis-Raviolo und ein Kürbissüppchen im Gläschen. Das schmeckt, und wir sind gespannt auf die Fortsetzung. Die Fischvorspeise erweist sich als Tranche vom Fjordlachs auf einem Carpaccio verschiedenfarbiger Randen mit einer Art Trüffelcreme, die sehr fein schmeckt. Dazu wird uns Grüner Veltliner vom Weingut Leth in Niederösterreich eingeschenkt. Denn wir haben zum Menü die Weinbegleitung gewählt, die bei drei Gängen mit 30 Franken berechnet wird – einem bescheidenen Preis, zumal grosszügig nachgeschenkt wird. Zum Hauptgang wird die Merlot-Cabernet-Cuvée Legenda Maior von Saio aus Assisi in Umbrien, Jahrgang 2010, aus der Magnumflasche, kredenzt. Das Gitzi ist gut angebraten, innen noch schön rosa, wunderbar zart und schmeckt köstlich. Es ist auf einem Ragout aus verschiedenfarbigen Rüebli angerichtet, und dazu gibt es noch herrlich schmeckenden Kartoffelgratin. Man sitzt weit auseinander im «Rubino», wir sehen aber, dass die Fleischesser, die nicht das Gitzi wählten, Lamm bekommen. Hätten wir auch genommen, aber das ist öfter zu haben als Gitzi, und wir sind mit unserer Wahl sehr zufrieden.
Ein kleines Schälchen mit einer Art Holundercreme bildet das Predessert. Aus dem Glas duftet eine Huxelrebe-Spätlese vom Weingut der Familie Erbeldinger in Rheinhessen, und dann kommt das Dessert. Eigentlich sind es vier kleine Desserts: eine Art Schokomarroniterrine, eine Buttenmostcreme, die nicht etwa aus Most, sondern aus Hagenbutten gemacht ist, ein Kürbissorbet und, frisch aus dem Ofen, ein kleines Quitten-Clafoutis. Eine schöne Kombination. Besonders gefällt uns daran wie auch an den vorangegangenen Gängen, dass Manuela Buser stark auf saisonale Zutaten setzt.
Der Name des Lokals bezieht sich übrigens auf den Gastgeber, der Beat Rubitschung heisst. Der ist aber am Tag unserers Besuchs nicht zugegen. Nicht dass uns etwas gefehlt hätte … Am Ende sind wir sehr zufrieden, das Menü Surprise war ein Genuss, das Fazit ist einfach: Überraschung gelungen! hpe

Luftgässlein 1, 4051 Basel, Schweiz
Di-Fr 11:30-14:30 Uhr, 18:00-23:30 Uhr, Sa 18:00-23:30 Uhr, So-Mo Ruhetag
Dienstleistungen:
  • Mittags-menü
HG ab 63 CHF

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