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Region Basel

Putzi’s Weinresidenz Zum Rössli

Kein putziger Kosename

Idyllisch in die Juralandschaft eingebettet, unweit von Rheinfelden, liegt das kleine aargauische Dorf Olsberg, das von rund 350 Menschen bewohnt wird. Der Ausflug nach Olsberg lohnt sich nicht nur wegen der hübschen Landschaft. Sondern wegen des Restaurants, das sich «Putzi’s Weinresidenz zum Rössli» nennt. Putzi ist nicht etwa ein putziger Kosename – der Mann, der hier in der Küche steht, heisst tatsächlich so: Andreas Putzi. Zusammen mit seiner Partnerin Beatrice Arnosti führt er das Lokal und eine insbesondere auf kalifornische Weine spezialisierte Weinhandlung.
Der Wein spielt denn auch für die Restaurantgäste eine wichtige Rolle. Doch hier gibt es keine gedruckte Weinkarte. Die Weinkarte in der «Weinresidenz» ist begehbar: Ein nicht nur elegant, sondern fast schon spektakulär ausgebauter Keller, in dem eine kleine Golden Gate Bridge als Auslage für eine Reihe von Flaschen, natürlich aus dem Norden Kaliforniens, dient, lädt zum Geniessen des Aperitifs ein, und dabei kann man sich auch gleich den Wein zum Essen aussuchen. Beatrice Arnosti steht einem dabei gerne als fachkundige Führerin zur Seite, damit man nicht wegen stundenlangen Suchens das Essen verpasst.
Weine von renommierten Gütern in Kalifornien stehen natürlich im Mittelpunkt. Das beginnt bei Ad Vivum und Altamura, geht über Drinkward Peschon, Gemstone Winery und Titus Winery bis zu VHR und Viader. Neben den Weinen, die selbst importiert und auch weiterverkauft werden, gibt es auch ein breites Angebot an schönen Flaschen aus der ganzen übrigen Weinwelt. Uns stand der Sinn nach einer schönen Flasche aus der Region, und Beatrice Arnosti zeigte uns die entsprechende Ecke und erläuterte uns die Weine. Wir wählten schliesslich den Pinot noir Hubel Alte Reben von Matthias Gubler aus Maisprach, AOC Basel-Landschaft 2012. Gubler hat, so erzählte uns Arnosti, in das Weingut Möhr-Niggli in Maienfeld eingeheiratet, war mit seiner Frau Sina Gubler-Möhr mehrere Jahre in Kalifornien tätig, inzwischen führt das Paar das Gut in Maienfeld, wo sie auch die Baselbieter Weine keltern. Der Hubel erwies sich als sehr gute Wahl: ein eleganter Pinot, seidig und sehr aromatisch, den man sich gerne noch ein paar Jahre in den Keller legen würde.
Klar, wir haben auch gegessen. Als Vorspeisen einen knackigen Herbstsalat (Fr. 14.–) und ein feines Hirsch-Carpaccio mit Alpkäse (Fr. 24.–). Wer immer Ignaz sein mag – das Wildschweinkotelett «Ignaz» (Fr. 38.–) jedenfalls schmeckte uns sehr. Das saftige Fleisch war mit einer knusprigen Panade mit Pinien- und Sonnenblumenkernen gebraten, dazu gab es feine Pizokels. Letztere wurden auch zum zarten Aargauer Kalbsrücken aus dem Ofen (Fr. 48.–) gereicht. Emmentaler Meringues mit lauwarmem Kirschkompott (Fr. 14.–) und Vermicelles mit Vanilleglace (Fr. 13.–) liessen den schönen Abend in Olsberg süss ausklingen. hpe

Mitteldorf 12, 4305 Olsberg
di–sa 18–24 Uhr (Küche bis 22 Uhr), mittags, mo & so geschlossen sowie im Februar
HG Fr. 34–58, Menü ab Fr. 56
Trouvaillen für Weinnasen: Rang 1

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