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Region Basel

Osteria Tre (im Hotel Bad Bubendorf)

Tiefstapler

Dieses Lokal stapelt tief: Als Osterie werden in Italien wie im Tessin eher einfache Beizen bezeichnet. Die «Osteria Tre» im modernen Anbau des klassischen Gebäudes des Hotels «Bad Bubendorf» ist dagegen ein sehr nobles Lokal. Aber in manchen Gerichten steckt auch eine Einfachheit, die sie einfach genial macht: hervorragende Produkte, perfekt zubereitet. Fabio Fermi, der junge Basler mit italienischen Wurzeln, der hier als Küchenchef amtiert, hat nicht nur den «Michelin»-Stern, den sein Vorgänger Gianluca Garigliano (jetzt im «Puro» in Bubendorf) hier erkocht hatte, halten können, er ist vom «Grossen Restaurant & Hotel Guide» in Deutschland zum «Koch des Jahres Schweiz 2018» gekürt worden.
Neben einem saisonalen Menü (6 Gänge für 138, 8 für 158 Franken) stehen auf der Karte gerade mal sechs «Classici», zwei Vorspeisen, zwei sowohl als Vorspeise wie als Hauptgänge erhältliche Gerichte (Hummer, Fisch) sowie zwei Fleisch-Hauptgänge. Nach einem schönen Brotkästchen und leckeren Amuse-Bouches – ein «Sebada», ein Mini-Krapfen mit einer Füllung von mit Orange parfümiertem Frischkäse, ein Erbsensüppchen mit Fischstückchen – bekommen wir die «Variazone di vitello nostrana» (Fr. 28.–): ein aufwendig dekorierter Teller mit Tatar und Carpaccio vom Kalb (von Jenzer), einem Stückchen gebratene Milke, Carpaccio vom roten Thunfisch sowie verschiedenen Blättchen und Tupfern, ein paar knusprigen Akzenten – ein Feuerwerk von Aromen und Texturen. Nach diesem doch eher «komplizierten» Gericht wird es einfach: Die Bistecca alla fiorentina (ab 2 Personen, Fr. 67.– pro Person), wird auf einem Holzbrett in die Mitte des Tisches gestellt. Geschmackvolles Fleisch vom Chianina-Rind, kräftig angebraten. Dazu in separaten Schälchen ein schlicht grossartiger Safranrisotto und ein toskanischer Brotsalat, bei dem das Brot allerdings fast nicht auszumachen ist.
Grossartig ist auch die Weinkarte. Sie umfasst etliche hundert Positionen, auch zahlreiche Grossflaschen. Der Fokus liegt klar auf Europa mit Schwergewicht auf Italien und Frankreich, bei den Roten gibt es auch einige Flaschen aus Übersee. Und das Schöne daran: es gibt zwar viele berühmte und entsprechend teure Weine und einige Raritäten, daneben auch unzählige Trouvaillen zu Preisen, die für alle erschwinglich sind. Wobei auch viele grosse Weine sehr freundlich kalkuliert sind. Den Pinot noir von den Ganteinbeins aus Fläsch etwa haben wir schon zu deutlich höheren Preisen auf Weinkarten gesehen als zu den hier geforderten 130 Franken (2011). hpe

Kantonsstrasse 3, 4416 Bubendorf
di–sa 18–24 Uhr (Küche bis 21.30 Uhr), mittags, mo & so geschlossen sowie 1. bis 8. Januar, 19. bis 26. Februar und 16. Juli bis 6. August
HG Fr. 46–67, Menü ab Fr. 138
Verführung auf Italienisch: Rang 1