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Bahnhof, St. Alban, Breite

Noohn

Basler Leichtigkeit mit Sake

Basel sei eine Weltstadt, behaupten viele Basler. Was die Zürcher bekanntlich von Zürich auch behaupten. Doch an der Limmat sind Lokale wie das «Noohn» alles andere als an der Tagesordnung. Restaurants, die nicht nur ein paar Tische, sondern eine Freizeitgestaltung über das Essen hinaus bieten.
Das «Noohn» unter der Leitung von Managerin Annabell Alvarez-von Grafenstein ist ein Gesamtkunstwerk, wie es genauso gut auch in München, London oder New York existieren könnte. Vorne an der Bar kann man sich fläzen, im Sommer darf man die Dachterrasse nutzen, und man kann nach Lust und Laune an der Sushitheke verweilen. Gleich daneben, ohne trennende Wände, befindet sich das eigentliche Restaurant, grosszügig, einen Blick auf die Küche erlaubend, loftartig. Am frühen Abend noch spärlich besetzt, eine Stunde später bis fast zum letzten Platz gefüllt mit jungen und älteren Menschen, Baslern, Expats und auswärtigen Besuchern. Weltläufigkeit, dein Name sei «Noohn»!
Die Speisenkarte hält da locker mit, indem sie Satay-Spiessli (Fr. 14.–), eine Tempura-Königskrabben-Crevetten-Rolle (Fr. 16.–) oder knuspriges Enten-Pao (Fr. 16.–) anbietet oder mit einem Salat mit hausgemachtem Sweet-Chili-Limetten-Dressing und Gemüsetempura (Fr. 15.–) punktet. Letzterer entpuppte sich als grosse Schüssel mit feiner Sauce. Links und rechts von uns wurden im Anschluss an die Vorspeisen Bento-Boxen aufgetragen, die zu den beliebtesten Speisen des Hauses zu zählen scheinen. Von allem etwas halt und auch noch hübsch zurechtgemacht! Wir blieben allerdings beim Sushi-Assortiment mit beachtlicher Auswahl an Maki und Nigiri (Fr. 34.–) und versuchten uns bei einem zweiten Besuch an Poke (Fr. 38.–), der gerade angesagten Mischung aus Reis, mariniertem Fisch, Avocado, Mango und Wakame, die ihren Siegeszug von Hawaii aus bis in die Schweiz angetreten hat. Übers übliche Asien-Einerlei gehen auch die warmen Hauptgerichte hinaus. Wolfsbarsch mit Pak Choi und Carnaroli-Wakame-Galette (!) zu 44 Franken, Shanghai-Nudeln mit knuspriger Ente und im Wok gebratenen Udon-Nudeln zu 38 Franken. Bekommt man ebenso wenig an jeder Basler Ecke wie das Singapur-Poulet mit Zitronen-Vanille-Sauce und Jasminreis (Fr. 36.–).
Nicht zu vergessen das, was die Getränkeauswahl so spannend macht und für einen Teil des Gästezuspruchs verantwortlich sein dürfte. Grüner Veltliner von Zantho aus Österreich, portugiesischer Herdade dos Grous oder – noch ein Geheimtipp! – Cabernet von Gnarly Head aus den USA. Feinsten Sake wie den Junmai Ginjo hat es auch, aus hochpoliertem Reis hergestellt (Fr. 14.–/dl). Bitte unbedingt zugreifen und sich für einen Abend lang wie in London fühlen, in Berlin oder New York. Oder wie in der heimlichen Weltstadt Basel. wf

Henric Petri-Strasse 12, 4051 Basel
mo–fr 11.30–14 & 18–23, sa 18–23 Uhr (Küche bis 22 Uhr), sa-mittag & so geschlossen Bar & Lounge: mo–do 11.30–14.30 & 17–24, fr 11.30–14.30 & 17–02, sa 16.30–02 Uhr, so geschlossen
HG Fr. 32–56, Menü ab Fr. 56
Basler Trendsetter: Rang 5

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