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Elsass

Maximilien

Eblin geht aufs Ganze

Zu den gerade mal 400 Einwohnern von Zellenberg gesellen sich vor allem an Wochenenden noch ein paar mehr. Einige davon, weil das Städtchen wunderschön ist, aber viel ruhiger als die überlaufenen Riquewihr und Ribeauvillé in der Nachbarschaft. Die besondere Attraktion sind die Storchennester auf den Ecktürmen der alten Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert. Andere kommen, um sich im «Maximilien» verwöhnen zu lassen. Bei unserem Besuch scheinen in erster Linie Stammgäste anwesend zu sein, auch Familien mit Kindern. Ein Menü «Enfant» kann mit der Bedienung besprochen werden. Man fühlt sich dort fast mehr im Wohnzimmer einer freundlichen Familie zu Besuch als in einem Restaurant. Das gemütlich vornehme Lokal mit Spannteppich und Holztäfelung ist in einem Einfamilienhaus mit wunderbarer Aussicht auf die Rebberge untergebracht. Versuchen Sie einen Platz im Garten zu bekommen! Bestellen Sie eine Flasche aus dem Haus Eblin-Fuchs, dem vom Bruder von Chef de cuisine Jean-Michel Eblin geführten Weingut. Oder einen Riesling von Marc Beyer, der ebenfalls in der Nachbarschaft Wein macht, ausser natürlich, Sie haben etwas ganz Besonderes zu feiern und wollen sich einen der vielen Super-Rieslinge der Familie Trimbach gönnen. Die Cuvée Frédéric Emile aus verschiedenen Jahrgängen ist sogar in Magnum-Flaschen erhältlich. «Maximiliens» Hausherr und Koch Jean-Michel Eblin hat übrigens auch ein kleines Stück Basel ins wunderschöne Zellenberg im Elsass gebracht. Er lernte seinerzeit nach dem «Taillevent» in Paris auch bei Stucki im «Bruderholz». Seit Jahrzehnten kocht er eine leichte, aber klassisch orientierte französische Küche, die Jahr für Jahr noch besser wird. Dazu gehört natürlich ebenso die wunderbare Foie gras mit Berawecka oder gebraten mit konfierten Mirabellen und Ingwer wie auch die Froschschenkel-Tempura mit Schneckenpesto und einer Knoblauchcreme. Im Menu Gourmand (€ 72,–) werden vier Gänge serviert, die einen guten Querschnitt durch Eblings Küche präsentieren. Ein verführerisches Carpaccio und Tatar von Langustinen mit einer Oliventapenade und einem phänomenal feinen «Cappuccino» aus den Langustenschalen, der wie eine Bisque zubereitet wurde. Ein Wolfsbarsch wird mit einem Raviolo und konfierten Zwiebeln angerichtet und die Taubenbrust «Düwehof» mit Koriander und gewürzten Randen. Wem die Taube zu intensiv ist, kann auch wunderbares Milchlamm aus den Pyrenäen oder Kalbsmilke mit Kapernblüten, japanischem Rettich und Crevettenschwänzen bestellen. Als Dessert schliesslich bekommen wir karamellisierte Ananas mit Kokosnusseis. Dazu finden sich einige Vendanges tardives und, wenn Sie weiter etwas feiern wollen, die 1989er Gewürztraminer Sélection grains nobles von Trimbach. nvh

route d’Ostheim 19a, 68340 Zellenberg, Frankreich
di–do 12–14.30 & 19–23, fr 19–23, sa 12–14.30 & 19–23, so 12–14.30 Uhr (Küche 12–13.30 & 19.30–21 Uhr), mo, fr-mittag & so-abend geschlossen sowie 23. Dezember bis 8. Januar plus letzte August- und erste September-Woche
HG € 32–44
Grosse Küche für Gourmets in Südbaden und im Elsass: Rang 5

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