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Region Basel

Landgasthof Roderis

Forellen-Quintett

Für ein Essen im «Landgasthaus Roderis» sollten Sie sich Zeit nehmen. Am besten buchen Sie eins der neuen, wunderschön eingerichteten Zimmer im Haus. Ländlicher Luxus pur. Das Gasthaus hat wohl eine über 100-jährige Tradition, aber die sanfte Renovation ist ein Musterbeispiel an perfekter Kombination von Alt und Neu.
Es empfiehlt sich auch, den Aufenthalt mit einer Wanderung im Kaltbrunnental zu verbinden, einem der schönsten kleinen Täler der Schweiz mit eindrücklichen Felswänden, Höhlen und märchenhaften, moosbewachsenen Steinen.
Derart mit Hunger ausgestattet, nehmen Sie in der alten Gaststube Platz, oder sommers im Garten, und konsultieren erst mal die mit viel Liebe zusammengestellte Weinkarte. Ein Gläschen Cuvée d’or blanche von der Siebe Dupf Kellerei in Liestal hilft Ihnen dann beim Studieren der Speisekarte. Allerdings ist schon von vornherein klar, dass Sie Forelle bestellen sollten. Es mag einige Forellenbeizen geben im Land und auch viele gute, aber in Roderis ist diese Speise nochmals spezieller. Die Fische kommen vom Orishof in Liestal, werden aber im eigenen Trog gehalten, so dass sie absolut frisch in die Pfanne kommen – konkret: nach zirka 3 Minuten. Zubereitet werden sie nach der hauseigenen «Roderis»-Art, welche die jetzigen Wirte von ihren Vorgängern übernommen haben. Dies heisst, die Fische werden in Butter nur auf der Unterseite, also auf den Gräten, angebraten. So werden die Gräten knusprig und können ebenfalls gegessen werden. Ein tatsächlich aussergewöhnlicher Genuss. Als Beilage kommen traditionelle Salzkartoffeln oder, etwas gewagter, ein Kartoffel-Zitronen-Stampf in Frage. Dazu empfiehlt sich dann ein Glas Petite Arvine von Marie-Bernard Gillioz, ebenfalls im Offenausschank zu haben, oder auch der Viognier Lettres de Noblesse aus dem Chablais. Verspüren Sie Lust auf eine zweite Forelle, so wird diese für etwas mehr als den halben Preis angeboten. Vielleicht wollen Sie aber vorher das Forellentatar probieren und danach die Forelle im Bierteig, ebenfalls ein Hochgenuss. Dazu passt dann das ansonsten selten angebotene Chastelbacher Bier vom Fass, der namengebende Bach fliesst gleich hinter dem Gasthaus.
Als klassisches Hausmenü für zwei Personen wird ein erster Gang mit Forelle und dann ein Mistkratzerli angepriesen. Wir können aber auch das Fleisch empfehlen, den Hackbraten zum Beispiel, natürlich mit Kartoffelstock. Dazu vielleicht noch ein Glas Cornalin, ebenfalls von Gillioz und wiederum ein aussergewöhnlicher Genuss. Weiter im Fleischsegment wird verschiedenes Wild angeboten, das, wie fast alles hier, ausschliesslich aus der Schweiz stammt, Rehragout oder eine Rehbratwurst zum Beispiel sowie Trockenfleisch vom Wildschwein. Die Jagdgesellschaften der Umgebung sorgen für Nachschub.
Ebenfalls mit Verstand ist die Käseauswahl zusammengestellt, an der wir uns zum Frühstück erfreuen. Mit anderen Worten, wir können eigentlich die ganze Karte empfehlen, denn hier sind offensichtlich passionierte Liebhaber am Werk, die sichtbare und vor allem auch immer schmeckbare Freude an der Perfektion des Einfachen, des Schlichten haben. nvh

Eichelbergstrasse 6, 4208 Roderis (bei Nunningen)
mi–fr 11–23 Uhr (Küche 11.30–14 & 18–22 Uhr), sa & so 11–23 Uhr (Küche 11–22 Uhr), mo & di geschlossen
HG Fr. 25–65
Genuss pur in den Dörfern: Rang 2