open menu close

Region Basel

Landgasthof Roderis

Sommerfrische

Ein Sonntag Anfang August: In Basel staut sich die Wärme, die meisten Lokale in der Stadt haben zu und an den Ufern beiderseits des Rheins verkohlen die Würste auf den Einweggrills neben Büchsen mit lauwarmen Bier. Wie gut, dass es kaum 20 Minuten von Basel entfernt eine Alternative gibt. Wir fahren Richtung Jura und biegen – kurz bevor das Laufental enger wird – in Grellingen ab, um die Strasse nach Nunningen zu nehmen. Die Strasse wird steiler, die Kurven werden enger und die heisse Luft wird kühler. Nachdem sich der Wald lichtet, biegen wir ab zum Weiler Roderis: Ein grosser Hof, zwei bis drei Wohnhäuser und die Gaststätte, zu welcher wir wollen, sind die einzigen Gebäude. Der Rest besteht aus Grün in allen Facetten, aus Aussicht und angenehmster Sommerfrische.
Der «Roderis», wie die Einheimischen sagen, war über lange Jahre für zwei Dinge berühmt: für den Wirt Alois Flühler, welcher das Restaurant zusammen mit seiner Familie führte, und für die Forellen «Roderis Art», welche während Jahren unverändert serviert wurde. Nach einem – so wie man hört – unerfreulichen Erbstreit wurde der «Roderis» in der Zwischenzeit sanft renoviert und entrümpelt und hat diesen Frühling als «Landgasthof Roderis» wieder eröffnet.
Die neuen Gastgeber haben gut daran getan, das Konzept nicht komplett neu zu erfinden. So ist auf der Karte unter «Hauptgang» immer noch die Forelle «Roderis Art» mit Salzkartoffeln (Fr. 30.50) als erster Punkt aufgeführt, welche wir natürlich probierten. Die Forelle kommt frisch aus dem eigenen Becken, ist wohl im Ofen zubereitet und wird mit geschmolzener Butter serviert. Uns kam sie an diesem Abend allerdings ein bisschen zu sehr gegart vor: Etwas präziser auf den Punkt hätte ihr gut getan. Und zwei, drei weitere Zubereitungsarten wären für einen Gasthof, welcher die Forelle im Wirtshausschild trägt, wahrlich keine Übertreibung. Dafür waren wir mit dem Kalbskotelett mit Kräuterbutter und Pommes frites (Fr. 48.50) sehr zufrieden: zart und noch leicht rosa, genau so, wie wir es mögen. Der gemischte Salat voraus (Fr. 10.50) war ebenfalls sehr frisch, knackig und schmackhaft.
Zur Forelle tranken wir ein Glas Cuvée Blanche aus Kerner, Riesling-Silvaner und Gutedel (Fr. 6.60) von der Kellerei Siebe Dupf. Zum Kotelett ein Chastelbach Bier aus der Kleinstbrauerei im ehemaligen Milchhüsli im Nachbardorf Himmelried. Mehr Regionalität und mehr Geschmack, als dieses Bier bietet, geht kaum. Allein schon deswegen lohnt sich ein Ausflug nach und in den «Roderis» – und die Sommerfrische ist perfekt. tw

Eichelbergstrasse 6, 4208 Roderis (bei Nunningen)
mi–so 11–14 & 17.30–24 Uhr (Küche bis 22 Uhr), mo & di geschlossen
HG Fr. 22.50–54
Ab ins Grüne: Rang 7

Weitere Restaurants aus "Im Grünen"