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Region Basel

La Vigna

Italianità und lokale Produkte

Laufen ist ein hübsches Winzerdorf im Markgräflerland, mitten in den weitläufigen Rebbergen gelegen. Und mitten in diesem Dorf liegt ein ebenso bezauberndes wie vorzügliches italienisches Restaurant. «La Vigna» heisst es. Antonio Esposito, der Anfang der 1960er Jahre aus Italien nordwärts zog und in Deutschland, Holland und in der Schweiz als Koch arbeitete, betreibt das Lokal zusammen mit seiner Frau Elfriede seit 1988. Inzwischen ist Esposito 77-jährig, und obwohl er nach wie vor in der Küche mitwirkt – er koche «solange mich die Beine tragen», sagte er einmal in einem Interview –, hat er vor einigen Jahren das Amt des Küchenchefs seinem Schwager Thomas Schmeisser übertragen. Und den Service führt heute Tochter Diana.
Die beiden kleinen Gaststuben, die links und rechts des Eingangs liegen, sind gediegen eingerichtet, es ist weiss aufgedeckt (an schönen Sommertagen wird im romantischen Garten aufgetischt). Die Karte ist überschaubar und hebt sich deutlich ab vom üblichen Angebot «beim Italiener». Statt das ganze Jahr hindurch die gleichen Standards anzubieten, ist die Karte des «La Vigna» stark saisonal geprägt. Als Vorspeisen locken etwa gebratene Kaninchenleber mit Cipolle di Tropea (€ 16,–), Carne cruda di vitello mit Staudensellerie und Grana Padano (€ 18,–) und Calamaretti al limone (€ 20,–), als Pasta-Gänge hausgemachte Zucchini-Ravioli (€ 18,–) oder Tagliolini mit Pfifferlingen (€ 18,–). Zu den sieben Hauptgerichten gehören Thunfisch vom Grill mit Pomodorini und Risotto (€ 29,–), mit Zitronen-Thymian gebratener Wolfsbarsch auf buntem Sommergemüse (€ 32,–), Perlhuhnbrust auf Pfifferling-Risotto (€ 26,–) und mit mediterranen Kräutern gebratenes Lammcarré auf Zucchinigemüse (€ 36,–).
Wir beginnen mit einer auf der Haut gebratenen Tranche Wolfsbarsch, die auf einem Ragout von Cuor-di-bue-Tomaten mit Basilikum (€ 20,–) angerichtet ist, einem feinen, sommerlich leichten Einstieg. Köstlich sind die mit Fontina-Käse gefüllten, kleinen Raviolini (€ 22,–), die mit etwas Butter und mit grosszügig darübergehobeltem weissem Trüffel serviert werden. Butterzart ist das dicke Stück vom Kalbsrücken mit Pfifferlingen, begleitet von aus Griess bestehenden Gnocchi alla romana (€ 38,–), und das Gleiche gilt für die Scaloppine al limone, die mit Bohnen und einem perfekten Risotto serviert werden. Beim süssen Abschluss geben wir dem gebratenen gelben Pfirsich mit Pfirsichsorbet den Vorzug vor dem Brombeer-Parfait mit Limoncello (beides € 10,–), und wir sind happy damit: Wir lieben Pfirsich, und dieses Sorbet schmeckt, im Gegensatz zu vielen anderen Glaces und Sorbets dieser Sorte, die wir schon versucht haben, wirklich markant nach Pfirsich.
Klar, dass im «La Vigna» – nomen est omen – auch der Wein eine wichtige Rolle spielt. Die umfangreiche Weinkarte hat zwei Hauptteile. Nein, nicht Weiss und Rot. Sondern: Italien und Laufen. Wie bei den Speisen verbindet sich hier Italianità mit regionalen Produkten. Den Hauptteil bilden Weine aus den verschiedenen Regionen Italiens mit Schwergewicht auf dem Piemont und der Toskana mit sowohl berühmten Produkten wie spannenden Trouvaillen. Dazu gibt es eine reiche Auswahl von Weinen von den Nachbarn: den Winzern von Laufen. Wir entscheiden uns heute für das lokale Schaffen und wählen eine im Barrique gereifte Spätburgunder-Auslese des nur gut 100 Meter entfernten Weinguts Rainer Schlumberger aus dem Jahr 2007 – und werden mit einem samtenen, gehaltvollen Pinot verwöhnt. hpe

Weinstraße 38, 79295 Sulzburg, Deutschland
Di-Do 12:00 -14:00 Uhr, Fr- Sa 12:00-14:00 Uhr,18:00-21:00 Uhr, So-Mo Ruhetag
Dienstleistungen:
  • Vegetarische Gerichte
HG: ab 27€

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