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Region Basel

Krone

Thailändischer Tempel in der Dorfbeiz

Kittipon Kerdchuen hat es geschafft. Seit 13 Jahren führt er die «Krone» in Binningen zu kulinarischem Erfolg. Sein Paradies der authentischen thailändischen Küche befindet sich an der Tramendstation im roten Backsteingebäude mit klassischen Simsen und weissen Fenstern. Nur die Inschrift über dem Vordach verweist auf die zu erwartenden Genüsse. Ein kleiner, sorgfältig abgeschirmter Garten mit vielen Pflanzentöpfen liegt im Winterschlaf. In der ehemaligen «Krone», dieser traditionellen Dorfbeiz mit den schönen Innenräumen, duftet es verführerisch nach fremdartigen Gewürzen.
Die Einrichtung ist erfreulich einfach gehalten, es gibt kein fernöstliches Geklimper, keine unnötigen Souvenirs, auf alles, was von der Kochkunst ablenkt, wird hier verzichtet. Entstanden ist ein Lokal von angenehmer Zurückhaltung. Die hellgrün gestrichenen Wände harmonieren mit dem Täfer und dem dunklen Holzboden, einziger Schmuck sind farblich passende, dunkelrosarote Orchideen und grüne Glasgefässe mit Kerzen. Asiatisch anmutende Bilder und grosse Schriftzeichen aus Messing zieren die Wände. Die Tische sind weiss gedeckt, mit klassischem Geschirr und schönen Weingläsern. Einzig der Gong lässt auf eine Küche fern der Region schliessen.
Begrüsst werden wir von Frau Kerdchuen, die uns zu einem der noch wenigen freien Tische führt. Sie wirkt trotz Full House entspannt und erklärt uns kurz die Grundlagen der hier gepflegten Küche. Die Produkte sind selbstredend frisch, die Rezepte über Jahrhunderte überliefert worden, es wird nach traditionellen Methoden gekocht, was ein unverfälschtes Geschmackserlebnis garantiert. Bei der Speisekarte mit einer beinahe unglaublichen Auswahl sind wir auf ein bisschen Hilfe angewiesen. Die Gerichte, in dekorativer thailändischer Schrift und mit der genauen Bezeichnung aufgeführt, werden zwar alle genau beschrieben, doch bei dem grossen Angebot richten wir uns gerne nach den Empfehlungen der sympathischen Gastgeberin. Wir waren bisher der Meinung, in der thailändischen Küche wenigstens einigermassen Bescheid zu wissen, doch hier werden wir eines Besseren belehrt. Unterschieden wird zwischen Hausspezialitäten und der eigentlichen Karte von Vorspeisen über Salate, Suppen bis zu den Hauptgerichten mit Curry-Speisen, Spezialitäten aus dem Wok, Köstlichkeiten aus den Gewässern und Reisnudeln. Dazu kommt eine beachtliche Auswahl an rein vegetarischen Speisen und ein Tagesmenü für 24 Franken. Zusätzlich wird jeden Donnerstagmittag ein Buffet à discrétion für 35 Franken angeboten. Wir sind beeindruckt. Auch die sorgfältig zusammengestellte Weinkarte ist eine genauere Betrachtung wert – einen Grattamacco rosso (Fr. 119.–) haben wir hier definitiv nicht erwartet. Der Vollständigkeit halber listen wir einige Gerichte aus der Karte auf: Verlockend sind Fischsuppe mit Ingwer und Knoblauch (Fr. 15.–) und knusprige, mit Pouletfleisch gefüllte Thai-Ravioli (Fr. 16.–), gefolgt von gebratenen Jakobsmuscheln, Scampi und Fischfilet mit Zitronengras und Kokosmilch oder gebratener Ente an Sojabohnensauce für 39 Franken. Sechs verschiedene Currys werden angeboten, die Zutaten einzeln aufgelistet, Massaman zum Beispiel ist mit Kokosnuss zubereitetes Rindfleisch mit Kartoffeln und Erdnüssen (Fr. 39.–). Aus dem Wok wird uns Gai Pad Met Ma Muang, gebratenes Poulet mit Cashew-Nüssen und Zwiebeln, empfohlen (Fr. 37.–). Schliesslich entscheiden wir uns für den Pouletsalat Laab Gai, der, mit Limetten, Chili, Erdnüssen und Zitronengras angerichtet, uns in eine andere geschmackliche Welt entführt. Auch der Salat aus feingeschnittenen grünen Papaya ist mit aromatischen Erdnüssen und knusprig gebratenen Scampi äusserst delikat. Beim Curry überzeugt das recht scharfe Pha Naeng Neua mit zartem Rindsfilet an roter Currysauce, zubereitet mit würzigen Kaffirlimeblättern und Kokosmilch und mit aromatischem Reis serviert (Fr. 44.–). Wir empfehlen auch gerne die köstlichen Thai-Nudeln mit Ei, Scampi und Erdnüssen an der süsssauren Sauce weiter. Und eine Reise ins thailändische Paradies von Kittipon und seiner Schwester Sasithorn als Must für jeden Feinschmecker und Liebhaber der fernöstlichen Küche. jr

Hauptstrasse 127, 4102 Binningen
di–fr 11.30–14 & 18.30–23, sa 18.30–23 Uhr (Küche 11.30–13.30 & 18.30–22 Uhr), mo, sa-mittag & so geschlossen
HG Fr. 37–49
Die Farben und Aromen Asiens: Rang 2