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Region Basel

Heyer

Einfach gut essen

Die Wirtschaft «Heyer» in Biel-Benken ist eine Landbeiz in bestem Sinn. Und sie ist nicht nur im Baselbiet eine Institution. Im Sommer zieht es viele Städter aufs Land, wo sie unter den Bäumen im idyllischen Garten vor dem Gasthaus Hausspezialitäten wie Brutzli-Fleisch geniessen.

An schönen, warmen Tagen ist es meist schwierig, überhaupt einen Platz zu ergattern. Aber auch im Winterhalbjahr gehört das «Heyer» zu den stets gut belegten Restaurants der Region. Bei unserem Besuch ist gerade noch Platz am Stammtisch. In beiden Räumen des Restaurants sowie im Luggi-Saal sitzen die Gäste dicht an dicht.

Doch Küche und Service sind bestens eingespielt, lange Wartezeiten gibt es trotz dem Ansturm nicht. Als Gaststätte blickt das «Heyer» auf eine 200-jährige Tradition zurück. Das Wirtshaus war ursprünglich in den Landwirtschaftsbetrieb integriert; an einigen Tischen mt Bänken wurden in einem Raum Gäste bewirtet. Vor 80 Jahren haben Luggi und Ernst Heyer-Stucki die Beiz zu dem gemacht, was sie noch heute ist: einem Ort mit solider Küche, an dem Gemütlichkeit und Gastfreundlichkeit grossgeschrieben werden. Diesem Erbe tragen heute Claudia und Andreas Bruggmann-Orsi bereits in sechster «Heyer»-Generation Sorge; im Sommer 2016 feierte das Wirtepaar bereits sein 20-Jahr-Jubiläum.

(Video: Telebasel)

Für den kleinen Hunger gibt es Wurstsalat mit Salzgurken, Tomatenwürfeln und Zwiebeln (Fr. 13.50) oder einfach eine Portion geschnittenen Speck (Fr. 16.50). Gross ist die Auswahl an Fleischgerichten, die von der Kalbs- oder Schweinsbratwurst an einer Zwiebelsauce (Fr. 21.50) über ein grosses Kotelett (Fr. 38.50), ein Kalbs-Cordon-bleu mit Gemüse und Pommes frites bis zu Lammracks, dem Rib-Eye aus dem Simmental (je Fr. 41.50) und zum bereits erwähnten Brutzli-Fleisch reicht, welches auf einem heissen Stein serviert wird – Entrecôte (Fr. 38.50), Rib-Eye (Fr. 39.90) oder Filet (Fr. 41.50). Im «Heyer» kommen aber auch Fischliebhaber auf ihre Kosten. Etwa mit gebratenen Eglifilets (Fr. 33.50) oder im Ofen gegartem Zanderfilet in Sesamkruste (Fr. 35.50).
Viele dieser Gerichte gehören zum Repertoire der Küche, weil sie bei den Stammgästen so beliebt sind. Für Abwechslung sorgen aber saisonale Spezialitäten. Im Herbst lockt eine Wildkarte mit besonderen Gerichten. Auf Vorbestellung wird ab zwei Personen ein Rehrücken «nach Art des Hauses» aufgetragen, mit Spätzli, Rotkraut, Rosenkohl und Maroni (Fr. 52.50 pro Person). Wildliebhaber dürfen sich auch über Wildschweinmedaillon an Wacholderrahmsauce freuen. Passend dazu sind Vorspeisen wie Kürbiscremesuppe (Fr. 8.90) oder Wildschweinschinken mit Chicorée und Nüsslisalat (Fr. 13.50). Nicht zu vergessen die hausgemachte Terrine (Fr. 16.50).
Wir entscheiden uns bei den Vorspeisen für die Kürbissuppe und sechs mit Café de Paris überbackene Schnecken (Fr. 15.50); Schnecken sind ja nicht jedermanns Sache, und deshalb gibt es auf der Karte auch falsche Schnecken aus Rindsfiletspitzen (Fr. 16.50). Doch die servierten echten Schnecken sind einfach köstlich, samt warmem Bengeli, mit dem die Sauce aufgetunkt werden kann. Inzwischen verlassen die ersten Gäste satt das Lokal, und hungrige nehmen deren frei gewordene Plätze ein. Zu den Hauptgängen. Vom Hirschpfeffer nach Jägerart (Fr. 26.50) sind wir begeistert, während die Sauce mit Eierschwämmli zum Rehgeschnetzelten als etwas zu dünn empfunden wird, das Fleisch selber aber zart und gut gewürzt ist. Die geschnetzelte Leber an Madeirasauce mit Rösti (Fr. 33.50) ist zu Recht ein Klassiker des Hauses und allein den Abstecher nach Biel-Benken wert. Die Leber: butterzart, die Rösti: goldbraun und knusprig.
Wie bei den Speisen ist auch beim Wein die Auswahl gross. Neben dem Offenausschank beeindruckt das Angebot an Tropfen aus der Region, welches vom Benkemer Blauburgunder der örtlichen Rebbaugenossenschaft (Fr. 40.–) bis zum Pinot noir Hohle Gasse von Urs Jauslin in Muttenz reicht (Fr. 59.–). Aber auch Gewächse aus Italien und Frankreich sind gut vertreten; wir geniessen einen Bordeaux aus Pomerol, den sehr guten Château La Croix (Fr. 69.–).
Inzwischen haben sich auch die Wirtin und ihre beiden Kinder an den Stammtisch gesetzt, um endlich selber etwas zu essen. Ein für das Personal arbeitsintensiver Abend, dessen Hektik aber nie auf die Gäste übertragen worden ist, neigt sich dem Ende zu. Das Restaurant leert sich allmählich; die Grossfamilie, die im Luggi-Saal gefeiert hat, hat sich ebenfalls verabschiedet.
Etwas Süsses zum Abrunden? Die hausgemachten Torten und Kuchen sind berühmt, das hausgemachte Caramelköpfli nicht zu verachten. Wir gönnen uns ein kleines Zitronensorbet mit Wodka (Fr. 8.50), den Bananasplit und den Coupe Maison für zwei Personen sparen wir uns für unseren nächsten Besuch auf. rs

Mühlegasse 4, 4105 Biel-Benken
mo 8–24, do–sa 8–24, so 8–22 Uhr (Küche 11–13.45 & 17.30–21.45 Uhr, dazwischen kleine Karte), di & mi geschlossen
Dienstleistungen:
  • Hunde erlaubt
  • Mittags-menü
  • Sonntag offen
  • Terrasse/Garten
  • Vegetarische Gerichte
HG Fr. 13.50–45.90
Gemütliche Beizen für Geniesser: Rang 4

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