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Kleinbasler Innerstadt

Flore

La Grande Bouffe

Das «Flore» ist ein klassisches Weinbistro. Der Wein-Enthusiast Miron Landreau und sein nicht minder engagiertes Team pflegen eine Weinkarte mit aktuell über 200 Positionen.
Miron ist nicht an den grossen bekannten Namen interessiert, vielmehr ist er ständig auf der Suche nach dem Speziellen, dem Neuen, dem Einmaligen und dem Ausserordentlichen. Hat er wieder neue Entdeckungen, welche er in sein Bistro bringen kann, freut er sich, seine Trouvaillen mit seinen Gästen zu teilen.
Ein Bistro ist kein Restaurant, daher geht es hier auch nur nebenbei ums Essen. Es gibt den ganzen Tag feine Plättli mit guten Würsten, Käsen, Oliven und Hummus, welche ohne Fehl und Tadel sind. Aber einmal im Monat – in der Regel am ersten Donnerstag eines Monats, aber nicht während der heissen Sommermonate – veranstaltet Miron eine «grande bouffe». Apéro, Drei-Gang-Menü, Wein zu jedem Gang, Café und Spass für 79 Franken.
Im etwas abgeschirmten hinteren Teil des Bistros steht ein grosser Tisch für rund 16 Personen. Ein mit dem Gastgeber befreundeter Koch – an unserem Abend war es Matthias Haller, welcher früher im «Platanenhof» gewirkt hat und bald ein eigenes Projekt in Angriff nimmt – sorgt jeweils für das Menü rund um ein Thema. Anfang November lautete es «Herbstküche».
«La Grande Bouffe» ist nicht für heikle Körnlipicker gedacht. Schon auf der Homepage wird klargestellt, dass Allergiker, Veganer und Extrawürste zu Hause bleiben müssen. Dafür können Sie darauf zählen, dass Sie, wie wir an diesem Abend, toll essen, spannende Leute kennenlernen und neue önologische Entdeckungen machen werden.
Zu ein paar Crostini misti mit Olivenpaste und Hummus öffnete Miron drei Flaschen Steenberg. Ein südafrikanischer zartrosa Schaumwein aus Pinot noir, traditionell in der Flasche vergoren: ein sehr vielversprechender Auftakt.
Zum ersten Gang – ein herbstlicher Teller mit gegarten Schnitzen von Rande, Kürbis, Quitte und Marroni – tranken wir den Gemischten Satz von Groszer aus dem Südburgenland. Welschriesling, Weissburgunder, Grüner Veltliner und Gelber Muskateller wachsen am selben Rebberg und werden gemeinsam geerntet und vergoren. Die einen Trauben sind zu diesem Zeitpunkt schon etwas überreif, die anderen knapp noch nicht; das führt zu einem vielschichtigen und interessanten Wein. Groszer verzichtet fast vollständig auf den Einsatz von Sulfiten, lässt den Most ein bisschen länger auf der Maische liegen und natürlich vergären.
Der Hauptgang – Wildschweinragout mit handgeschabten Spätzli und Rosenkohl sous vide (welche am Tisch etwas polarisiert haben) – war begleitet von einem selbstbewussten La Granacha Signargues, einem Côte du Rhône Villages. In der Domaine d’Andézon wird der Wein aus ausschliesslich alten Grenache-Reben gekeltert und ebenfalls ungeschwefelt und unfiltriert abgefüllt. Wenig Holz, merkliche Tannine und feine, beerige Noten machten ihn zum idealen Begleiter der Wildsau.
Ein Schweizer Paar, welches vor vielen Jahren ins Languedoc gezogen ist, macht auf seinem biologisch bewirtschafteten Weingut den Grenère Bourdic, also auch einen Grenache. Der viele Jahre nach den Verfahren, die auch in Madeira angewendet werden, im Fass gelagerte Wein passte perfekt zum gemischten Käse.
Wie in Frankreich üblich werden auch im «Flore» um 22 Uhr die Flaschen verkorkt und die Gläser poliert. Im vorderen Teil wurde es also nach und nach stiller. An unserem Tisch war die Stimmung allerdings immer noch sehr ausgelassen. Über den Tisch hinweg wurden Gespräche über Wein, Essen und das Leben überhaupt geführt. Dazu passte ein klarer Schlehenschnaps und ein feiner Espresso. tw

Klybeckstrasse 5, 4057 Basel
Mo-Sa 09:00-22:00 Uhr, So Ruhetag
Dienstleistungen:
  • Terrasse/Garten
Menu ( mit Apéro, Vorspeise, Käse, Wein, Café) ab 79 CHF

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