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Region Basel

Basilicum

Ein Genuss

Es fällt uns nicht ganz leicht, das «Basilicum» einzuordnen. Für eine Gaststube ist das Restaurant mit etwa 50 Plätzen zu gross, und doch fühlt man sich hier geborgen, ein wenig wie zu Hause. Gut und bürgerlich trifft es auch nicht so richtig – dafür ist es zu wenig Beiz und zu viel gehobenes Speiselokal. Einig sind wir uns in einem Punkt: Bei der gepflegten Küche wie bei der Weinkarte stimmen Preis und Genuss bestens überein in diesem Restaurant, dessen Wände, Säulen und fast transparente Tüllvorhänge in einem hellen, überraschend angenehmen Orange gehalten sind. Von unserem Tisch aus haben wir einen schönen Ausblick auf ein kleines Gärtchen mit Bäumen in herbstlichen Farben, die uns an die Weinberge im Mittelmeerraum erinnern.
Unser Aperitif, ein Pinot grigio von La Tunella aus dem Friaul (Fr. 6.50/dl), ist elegant, aber auch schön körperreich. Er passt gut zur gepflegten Weinkarte, die auch den St-Saphorin L’Archevesque von Louis Bovard für äusserst faire 49 Franken bereithält. Bei den Rotweinen ist Italien schwergewichtig vertreten, mit Sito Moresco 2012 (Fr. 89.–) oder Sassicaia 2001, dem einzigen Wein im dreistelligen Preisbereich (Fr. 185.–). Uns sagt ein Portugiese bestens zu, der Alento Reserva 2011 von Luis Viegas Louro, ein sehr kräftiger, tiefroter Alentejo mit schönem Waldbeerengeschmack. Die Mittagskarte erscheint uns ziemlich kompakt – bis wir auf dem Nebentisch eine Schiefertafel mit dem aktuellen Tagesangebot entdecken. Dazu gehören Salat mit Rehnüssli oder mit gebackenem Ziegenkäse, Angus Beef oder Kalbsmedaillons mit Nudeln (Fr. 43.–). Auf einer weiteren Schiefertafel sind attraktive Desserts gelistet.
Schön frisch ist der Nüsslisalat mit feinem Dressing und gehacktem Ei. Sehr fein schmeckt das Kalbsgeschnetzelte mit Pilzen, zu dem eine wirklich knusprige, wirklich goldbraune und wirklich buttrige Rösti der Extraklasse gehört – nur ein kleines Beispiel, wie sorgfältig die Küche unter Leitung von Jürgen Gerteiser arbeitet. Eine gelungene Interpretation des Begriffs Saisonküche ist das zartrosa gebratene Rehnüssli auf einem knackig frischen Salat, das uns ausgezeichnet gefällt. Als wir uns dem Dessertangebot zuwenden, realisieren wir, dass dies auch an den Nachbartischen ein fundamental wichtiges Thema zu sein scheint. Offenbar hat sich das «Basilicum» damit einen Namen gemacht. Tatsächlich schmeckt der Wiener Eiskaffee ausgezeichnet, und mindestens so gut sind die drei hausgemachten Sorbets (Zitrone, Passionsfrucht, Himbeer), mit frischen Früchten schön angerichtet. hjk

Margrethenstrasse 1, 4103 Bottmingen
mo 10–14, di–fr 10–14 & 18–24, sa 16–24 Uhr (Küche 12–14 & 18–22 Uhr), mo-abend, sa-mittag & so geschlossen sowie 1. bis 15. August
HG Fr. 25–49
Basler Trendsetter: Rang 4

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