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Region Basel

Bad Schönenbuch

Wie in guter alter Zeit

Kuraufenthalte im Badehotel bedeuteten früher einfach Erholung pur für Körper, Geist und Sinne. Dass dabei dem Essen eine zentrale Rolle zukam, wird uns in der angenehm entschleunigten Atmosphäre von Bad Schönenbuch in schönster Weise bewusst. Im seit über 160 Jahre verbrieften Traditionshaus, nur einen Steinwurf von der Grenze zu Frankreich entfernt, nimmt man sich Zeit für seine Gäste und ihr Wohlergehen. Auch das Dekor passt: Die grosse, gemütliche Gaststube ist mit Tischen und Stühlen in verschiedensten Formen bestückt, an den Wänden hängt Kunst rund ums Thema Baden, und hinter der schweren, alten Holztheke erinnert eine Reklametafel für Bäumli-Habana-Stumpen daran, dass es hier früher recht rauchig gewesen sein dürfte.
Aus dem guten Angebot an offenen Weinen wählen wir erst einmal einen Vernaccia aus der Toskana aus (Fr. 6.40/dl), der einen angenehmen Aperitif abgibt. Die Weinkarte bietet einen Mix mit Provenienzen aus der Schweiz und den angrenzenden Ländern. Uns springt ein weisser Beaune Clos des Mouches aus dem Burgund ins Auge (Fr. 136.–) und der rote Magari Ca’ Marcanda von Gaja aus der Toskana (Fr. 98.–). Unser Malanser Pinot noir von Fromm (Fr. 75.–) ist eine gute Wahl und wird sich bestens mit den Hauptspeisen vertragen.
Erst aber zu den Entrées (auf die spanischen Nieren, die sich im Angebot finden, verzichten wir). Ein Antipasto misto (Fr. 38.– für zwei) präsentiert sich auf einer langen Platte üppig und farbenfroh mit gebratenem Fisch, Schwartenmagen, Salami, Wassermelonen, Oliven und einigem rohen Gemüse. Ein halbes Ei mit Senf, serviert im herrlichen alten Eierbecher aus Messing, gehört ebenso dazu wie einige Scheiben knackiges Knoblauchbrot. Diesem ebenso schmackhaften wie originell zusammengestellten Auftakt steht eine Vorspeisen-Portion scharfer Negroni-Salami mit Melonenschnitzen, Salatblättern und einer hübschen Garnitur mit Kapuzinerblüten kaum nach. Dann wird das Berglamm aus dem Emmental fällig (Fr. 85.– für 2 Personen) und ein Mistchratzerli. Die beiden Gerichte sind gemeinsam auf einer langen, ovalen Metallplatte angerichtet zusammen mit ihren herrlich schmeckenden Beilagen – Ratatouille, Blumenkohl und ganzen, in der Schale gebackenen und mit Fleur de sel bestreuten Ofenkartoffeln. Die Lammkoteletts, frisch aus dem Rack geschnitten, sind schlicht traumhaft gut und zart trotz ihrer respektablen Grösse. Das Coquelet schmeckt – nicht nur gut, sondern nach herzhaft gutem Geflügel. Und beim Dessert überzeugt Michael Matter, der Chef am Herd, nochmals mit einem sehr feinen, sehr rahmigen Erdbeerparfait auf schön konzentriertem Coulis mit frischen Beeren. Uns wundert nicht, dass empfohlen wird, an diesem doch einigermassen abgelegenen Ort rechtzeitig zu reservieren. hjk

Brunngasse 2, 4124 Schönenbuch
mo–mi 17.30–23, fr & sa 17.30–24, so 10–23 Uhr (Küche 12–14 & 18.30–22 Uhr), mittags (ausser so) & do geschlossen sowie an der Basler Fasnacht, 30. Juli bis 14. August und 6. bis 16. Oktober
HG Fr. 26–52, Menü ab Fr. 74, Keine Kreditkarten
Ab ins Grüne: Rang 4

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