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Elsass

Auberge Frankenbourg

Weltklasse

So zufällig kommt man nicht nach La Vancelle. Aber es führen viele Wege dorthin. Wer eine hübsche Anfahrt sucht, kann über eine kleine Passhöhe via Sainte-Marie-aux-Mines und anschliessend Sainte-Croix-aux-Mines fahren und sich so auf die ländliche Umgebung einstellen. In der «Auberge Frankenbourg» aber holt einen die Moderne sogleich wieder ein. Den alten Gasthof der Familie haben die beiden Brüder Guillaume und Sébastien Buecher topmodern renoviert. Man setzt sich im hellen, freundlichen Speisesaal zwischen moderner Kunst an minimalistisch gedeckte Tische und lässt sich von Guillaume Buecher beraten, der die Freundlichkeit in Person ist. Dann beginnt ein wahres Feuerwerk an Speisen. Man sollte sich unbedingt das grosse Menu mit zehn Gängen gönnen. Mit 88 Euro, oder 122 inklusive Weinbegleitung, ist es wohl eines der preiswertesten Essen dieser Art und Qualität überhaupt auf diesem Planeten.
Sébastien Buecher ist ein aussergewöhnliches Talent. Er kocht auf höchstem Niveau, ist aber dabei oft sehr verspielt und verleiht seinen Menüs gern ein Thema. Im Herbst zum Beispiel dreht sich das «Menu La Vancelle» um die Nuss. Diese tritt nirgends als Hauptdarstellerin zum Vorschein, taucht aber überall in einer kleinen, manchmal kaum wahrnehmbaren Nebenrolle auf. So überdeckt sie als Lait d’amande beispielsweise die Gänseleber oder begleitet als Lait de noisette ein Hirschtatar, wo sie geschmacklich geschickt mit Topinambur und Kaffee kombiniert wird. Beim Seebarsch ist der Nussgeschmack gar nur im luftgetrockneten Schinken des Noir-de-Bigorre-Schweins zu spüren, und zur Kalbsmilke gibt es neben Eierschwämmchen und einem Jus de poule cremé noch Karotten, die in Nussbutter angebraten wurden. Es sind aber nicht bloss Spielereien. Das ganze Menu ist perfekt durchgedacht und kombiniert, intellektuell und überaus sinnlich zugleich. Ein langsam gegartes Ei mit grilliertem Gruyère, Nusschampignons, konfiertem Knoblauch und Schinkenessenz ist zum Süchtigmachen himmlisch. Auch die Nachspeisen sind verspielt. Die zwei fast identisch aussehenden Kreationen beim ersten Dessert stellen sich als sehr unterschiedlich heraus: Auf dem einen findet sich ein Apfelsorbet und auf dem anderen eine leichte Mousse und Diplomatenpudding. Die Nüsse sind hier in Form von Kastanien im Diplomat präsent.
Buecher hat sein Metier im Elsass bei Spitzenköchen gelernt, aber auch verschiedene Stages rund um den Globus hinter sich. Die Gäste kommen schon jetzt von weit her, aber wenn Buecher so weitermacht, dann werden sie bald aus der ganzen Welt nach La Vancelle pilgern. nvh

rue Général de Gaulle 13, 67730 La Vancelle, Frankreich
mo & di 12–14 & 19–23, fr–so 12–14 & 19–23 Uhr (Küche bis 21 Uhr), mi & do geschlossen sowie 15. Februar bis 4. März und 29. Juni bis 13. Juli
Dienstleistungen:
  • Hunde erlaubt
  • Mittags-menü
  • Sonntag offen
  • Terrasse/Garten
  • Vegetarische Gerichte
HG € 32–38
Grosse Küche für Gourmets in Südbaden und im Elsass: Rang 2

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