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Grossbasler Innerstadt

Atelier (im Teufelhof)

Gast statt Kunde

Das Essen im «Teufelhof» ist mehr als nur ein Gang in ein Restaurant. Fast immer finden spannende kulturelle Events statt, an den Wänden hängen Bilder von Dieter Meier, den Wein von ihm gibt es sowieso in der hauseigenen Enoteca «Falstaff» neben 400 anderen Preziosen, denen sich intensiv zu widmen, eine hübsche Aufgabe für jeden Hotelgast darstellt. Überhaupt könnte man vermutlich eine Woche in Basel verbringen, den «Teufelhof» nie verlassen und dennoch erfüllte, inspirierende Tage verbringen.
Also hinein ins «Atelier». Das Konzept klingt zunächst ein wenig verkopft, denn der Gast wird zum Mitmachen aufgefordert, kann sich die Speisefolge aussuchen und nach Wunsch zusammenstellen und auch noch berechnen, ob die festen Menüpreise für zwei, drei, vier oder fünf Gänge inklusive Weinbegleitung oder die einzelnen Additionen für ihn günstiger sind. Doch all dies braucht es gar nicht, denn wie in jedem guten Restaurant fügt sich hier alles wie von selbst, und mit Rechnereien wollen wir uns gar nicht erst belasten.
Die Karte der offenen Weine ist klein, aber fein; wer geniesst, ist ohnehin mit der Karte der hauseigenen Enoteca bestens bedient, die echte Trouvaillen auch für kleines Geld anbietet. Ganz selten einmal werden die Beträge für die Flaschen dreistellig, in der heutigen Zeit alles andere als eine Selbstverständlichkeit.
Köstlich ist die Linsen-Kokosnuss-Suppe (Fr. 13.50), danach kommt die ebenso wunderbare Entenlebermousse mit Apfelsauce und Selleriesalat (Fr. 22.– als kleine Portion, Fr. 34.– als Hauptgericht). Wir nehmen die kleine Version, denn wir wollen unbedingt das in Sherrysauce servierte irische Black-Angus-Filet kosten (Fr. 52.–), dessen Fleisch so zart ist, dass es beim blossen Anblick unseres Messers gehorsam auseinanderfällt.
Der Wein Hohle Gasse von Jauslin aus Muttenz (Fr. 87.–) gefällt uns so gut, dass wir am nächsten Tag einen ganzen Karton einkaufen – der 2014er Pinot noir ist schon gut trinkbar, doch wir können nur vorfreudig erahnen, welches Potenzial er in ein paar Jahren entfaltet. Die abschliessende Käseplatte von Maître Antony (Fr. 18.50) lässt uns fast kapitulieren. Beim nächsten Mal probieren wir das Kalbskotelett (Metzgerei Jenzer, Arlesheim), von dem alle Gäste schwärmen und das eine solche kulinarische Bank ist, dass es nicht einmal mehr auf der Karte steht – ein guter Grund, wiederzukommen. Aber trotz allen Lobes sind wir noch nicht zum Kern vorgedrungen. Was ist das Erfolgsgeheimnis des «Ateliers»? Das Restaurant schafft es, chic und unkompliziert zugleich zu sein, der Service ist immer aufmerksam und doch nie aufdringlich. Dazu kommt die hübsche Unterteilung in drei Räume, die eine gewisse Intimität schafft. Wer allein speist, kann dabei in aller Ruhe ein Buch lesen. Wer eine lebhafte Tafel will, kann das genauso haben. Jeder findet hier auf seine Art sein Glück, genau wie im gesamten «Teufelhof». Gut zu wissen: im Gegensatz zum grossen Bruder «Bel Etage» ist die Küche hier täglich geöffnet. stm

Leonhardsgraben 49, 4051 Basel
Täglich geöffnet bis 24:00 Uhr, warme Gerichte von 12:00 -14:00 Uhr sowie von 18:30 - 21:45 Uhr
Dienstleistungen:
  • Terrasse/Garten
  • Sonntag offen
  • Mittags-menü
  • Vegetarische Gerichte
HG 34 -52 CHF

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