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Elsass

L’AO – A l’Aigle d’Or (im Chez Marck)

Am Fusse des Grand Ballon

Es ist ein schöner, heisser Sommersonntag. Wir sind in der Gegend von Guebwiller unterwegs und wollen den schönen Tag bis zum Abend geniessen. Nun ist es aber oft nicht so einfach, ein gutes Restaurant zu finden, das am Sonntagabend geöffnet ist. Da wir keine Lust haben, in Guebwiller in einem Keller zu sitzen, fahren wir das Tal in Richtung Grand Ballon d’Alsace hinauf. Nach rund zehn Kilometern kommen wir in das kleine Dorf Rimbach-près-Guebwiller, wo uns zuerst linkerhand ein tiefrotes, angeschriebenes Haus ins Auge sticht. Das ist aber kein Restaurant, sondern das Rathaus. Doch gleich vis-à-vis steht ein stattliches Haus in sattem Gelb, an dessen Fassade grosse Lettern verkünden: «Hotel Restaurant Marck». Daneben unter zwei mächtigen alten Bäumen eine hübsche Gartenwirtschaft. Die Plastikstühle sind zwar nicht geschmackvoll, wir werfen aber vorerst noch einen Blick in die schmucke Gaststube, und die macht einen guten Eindruck.
Wir lassen uns im Garten nieder und schauen bei einem Glas Gewürztraminer aus der Region die Karte an. Diese ist unprätentiös, bietet typische französische und regionale Küche: als Entrées etwa Pâté en croute (€ 9,20), Mille-feuille de saumon mariné (€ 12,50), Foie gras de canard «préparé par nos soins» (€ 17,50), ein halbes Dutzend Schnecken «Maison» (€ 7,–) oder Froschschenkel à la provençale, als Hauptgänge etwas Fisch und vorwiegend Fleisch, etwa Faux filet Charolais aux 5 poivres (€ 20,–), Tournedos de bœuf aux morilles (€ 27,–), Poitrine de canette aux fruits de saison (€ 19,50) und Filet d’agneau en croûte d’herbes (€ 21,–). Für Choucroute royale (€ 15,–) ist es uns heute zu warm, doch der Sinn steht uns durchaus nach Regionalem. So beginnen wir mit einem tadellosen Presskopf à l’alsacienne (€ 9,20), der mit feinem Kräuter-Sauerrahm, à part in einem Gläschen, und garniert mit Salat, Tomätchen und Gurken serviert wird. Dann bekommen wir Poulet fermier au Riesling (€ 12,50), ein halbes Hühnchen in einer Riesling-Rahmsauce mit Champignons, dazu gibt es Nudeln. Ein Gericht ohne Chichi. Das Fleisch ist schön saftig, die Sauce schmackhaft. Fein schmeckt auch das Kalbs-Cordon-bleu (€ 20,–), knusprig die Panade, geschmackvoll die Füllung mit «Bargkass», wie es auf der Karte heisst.
Es habe frische Heidelbeeren, sagt die nette, junge Bedienung auf unsere Frage nach etwas Süssem. Da sind wir natürlich dabei, und die üppige Portion mit Vanilleglace und viel Schlagrahm (€ 7,–) schmeckt uns sehr.
Es ist keine grosse Küche, die im «A l’Aigle d’Or» zu Rimbach-près-Guebwiller serviert wird. Sie ist einfach und unprätentiös, doch das lassen wir uns gerne gefallen, wenn sie so schmackhaft ist und das Lokal so sympathisch.
Getrunken haben wir Regionales. Nach dem Weissen voraus den Pinot noir Les Princes Abbés der Domaines Schlumberger (2012, € 30,–). Eigentlich hätte es auch eine hübsche Auswahl ordentlicher Burgunder für wenig Geld gehabt. Wir ärgern uns aber im Nachhinein über uns selbst, dass wir nicht den Château Palmer vom sehr guten Jahrgang 1990 für 150 Euro genommen haben – ein Schnäppchen; wir haben ihn nämlich letzthin auf der Liste eines deutschen Händlers für deutlich über 200 Euro gesehen. Aber vielleicht ist er ja noch nicht ausgetrunken, wenn wir wiederkommen. hpe

rue Principale 5, 68500 Rimbach-près-Guebwiller, Frankreich
di–so 12–13.30 & 19–21 Uhr, mo geschlossen
HG € 12–25
Ab ins Grüne: Rang 6

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