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Kleinbasler Innerstadt

°800 Premium Steakhouse

Luma Beef, Wagyu oder Bison

Die Lage des Restaurants irritiert nur für einen Moment. Eingerichtet wurde das Restaurant mit dem einprägsamen Namen nämlich im Gebäude des «easyHotels» – das zu dieser 2005 gegründeten internationalen «Budget»-Hotelkette gehört – gegenüber dem Messegelände, es richtet sich aber mitnichten in erster Linie an sehr budgetbewusste Kunden, sondern an Feinschmecker auf der Suche nach dem Besonderen. Über die Zahl 800 im Restaurantnamen dachten wir ein wenig länger nach. Sie soll wohl, vermuteten wir nach einigem Grübeln, nicht die exakte Wärme beschreiben, mit der hier gebraten wird, sondern hat eher grundsätzlich mit der Methode zu tun, Fleisch bei ziemlich hohen Temperaturen kurz zu garen, um eine gewisse Caramelisierung der Oberfläche zu erreichen. Die Karte verspricht, dass dies «über 350 Grad Celsius» seien. Dass es spezielle Öfen gibt, die unstreitig 800 Grad Celsius erreichen können, steht übrigens ausser Frage.
Doch soll man über Zahlen diskutieren, wenn der Service so nett ist wie hier? Ein kompetenter Kellner erledigte die Arbeit, ohne ein einziges Mal in die Defensive zu geraten, voller Elan, auf Wunsch die Fleischstücke und Garstufen erklärend. Dass wir unser Steak medium rare bestellen würden, stand für uns schon felsenfest, nur die Art des Proteins war offen. Rindsfilet von Schweizer Bauernhöfen oder das Chuck Flap Edge Roast, ein eher festes, aber sehr schmackhaftes Stück aus dem Nacken? Wagyu Beef oder Bison-Entrecôte? Oder, um in die Ferne zu gehen, Irish Prime Hereford Beef oder gar ein Côte de bœuf der Wolowina-Rasse? Preislich kann man unendlich variieren, je nach Schnitt, Gewicht, Beilagen, Saucen.
Doch bitte nichts überstürzen! Als Vorspeisen empfehlen sich Hokkaido-Kürbis-Suppe (Fr. 7.–), Rindsfilet-Tatar (Fr. 19.–) oder gegrillte Entenleber-Medaillons (Fr. 22.–). Unser Tomatensalat mit Büffelmozzarella (Fr. 14.–) kam schön angerichtet, war frisch und fein, das aus dem Rücken geschnittene Fleisch vom Luma Beef (Fr. 40.–), mit einem speziellen Edelschimmel gereift und dadurch besonders würzig, wurde wie gewünscht gegart. Geschmeckt hat es, inklusive «Café de Paris»-Butter (hausgemacht) und Blattspinat, ausgezeichnet. Wer besonders grossen Appetit hat, bestellt am besten das Best-Cut-Menü mit sage und schreibe rund 800 Gramm Fleisch diverser Herkünfte und zahlt 196 Franken für zwei Personen. Der passende Wein dazu könnte aus Österreich kommen (The Butcher aus dem Burgenland) oder aus Mexiko (5 Estrellas vom Proyecto Firmamento).
Wie vielfältig das Dessert in einem Steakhouse ausfallen kann, wollten wir zum Schluss fast nicht glauben. Crema catalana, Semifreddo, Schokoküchlein mit Hanfglace: nicht selbstverständlich. Unser Zwetschgensorbet gelang ebenso gut wie jenes aus Orange und Prosecco. Wir konstatierten die ideale Glacetemperatur: deutlich im Minusbereich. wf

Riehenring 109, 4058 Basel
Mo-So 11:30-14:30 Uhr, 18:00-00:00 Uhr
Dienstleistungen:
  • Mittags-menü
HG ab 30 CHF

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