Die Zucht der Tiere ist sehr herausfordernd und kann bei einem Erfolg deshalb stark gewichtet werden. (Zoo Basel)
Basel

Erster Krokodilteju der Schweiz geschlüpft

Im Juni des vergangenen Jahres schlüpfte im Zoo Basel ein seltenes Tier. Seit dem neuen Jahr können Besuchende den Krokodilteju beobachten.

Seit Ende Juli 2020 leben vier Krokodiltejus hinter den Kulissen des Vivariums im Zoo Basel. Geschlüpft sind die beiden Paare 2018 im Tiergarten Schönbrunn in Wien. Anfang Februar des verganenen Jahres lagen sechs Eier in der Nestbox der Tiere. Die Freude im Zolli war gross.

Sieben Zentimeter gross und 45 Gramm schwer waren die Eier, was ausgesprochen gross ist. Da Zuchterfolge bei dieser Echsenart selten sind, wurden die Eier gut behütet und umsorgt. Der einzige Zoo Europas, der regelmässige Zuchterfolge bei den Krokodiltejus feiern kann, ist der Wiener Tiergarten Schönbrunn. Eine Nachzucht gelang zuvor nur dem Zoo Prag in den Neunzigerjahren. Der Zoo Basel setzte also grosse Hoffnungen in einen Zuchterfolg.

Folgt ein weiterer Erfolg?

Ende Juni 2022 war es dann soweit und der erste Krokodilteju schlüpfte. Wie der Zoo am Dienstag mitteilte, folgten bis zum 4. Juli fünf weitere Jungtiere, wovon eines Ende November verstarb. Aktuell leben also vier Jungtiere im Zolli. Gelingt dem Zolli vielleicht schon bald eine Wiederholung des Zuchterfolgs? Denn auch das zweite Paar hat Eier gelegt, die sich momentan im Brutkasten befinden. Sollte auch diese Nachzucht gelingen, wäre der Zoo Basel einer der wenigen in Europa, der einen entsprechenden Erfolg vorweisen könnte.

Entscheidend für einen Zuchterfolg sind eine konstant hohe Raumtemperatur und die richtige Ernährung, die aus vielen Achatschnecken besteht. Der Krokodilteju entstammt der Familie der Schienenechsen und kann bis zu einem Meter gross werden. In der Wildnis findet man die Tiere vom Amazonasbecken Brasiliens bis in die Oberläufe im Osten Perus, in Ecuador und in Kolumbien. Kommen sie an Land, klettern sie auf Äste und Sträucher und ruhen über dem Wasser. Bei Gefahr, lassen sie sich einfach fallen. Der Schwanz dient ihnen beim Schwimmen als Steuerung und Antrieb – man kann sie sich also wie kleinere Krokodile vorstellen. Auch ihr Name hat diesen Ursprung: Auf der Oberseite sind sie mit kammartigen Schuppen übersäht.

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