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Der Telebasel News-Beitrag vom 7. Januar 2023.
Baselland

Skilift-Betreiber in Oltingen denkt nicht ans Aufhören

Das Skifahren in der Region wird in Zukunft immer unwahrscheinlicher. Doch die Skiriege Oltingen hat einen Weg gefunden, auch ohne Schnee weiterzumachen.

Ob in Langenbruck oder Oltingen – die Skilifte der Region stehen alle still. Für diese Zeit im Jahr ist das aber nichts Ungewöhnliches. Hier beginnt die Skisaison immer etwas später – wenn überhaupt. Denn die Winter, in denen genug Schnee fällt, um die Pisten zu befahren, werden immer seltener.

Auf eine gute Saison folgt eine schlechte

Vergangene Saison wurde der kleine Lift in Oltingen, der auf 800 bis 900 Metern Höhe steht, den ganzen Winter über nicht einmal in Betrieb genommen. Vor zwei Jahren war er elf Tage in Betrieb. Das sei eine gute Saison gewesen, sagt Christoph Gysin, Kassier und Hüttenwirt der Skiriege Oltingen. Dem Betreiber ist bewusst, dass schneereiche Winter künftig rar sein dürften. «Wir rechnen schon damit, dass wir in den nächsten Jahren nicht mehr jeden Winter Schnee haben, damit müssen wir leben.»

Mindestens 20 Zentimeter Schnee müssen liegen bleiben, damit die Piste auf der Schafmatt geöffnet werden kann. Das wird in Zukunft wegen des Klimawandels aber seltener passieren. Denn was wir diesen Winter mit den äusserst milden Temperaturen um Weihnachten und Neujahr erlebt haben, sei nur ein Vorgeschmack darauf, was noch kommen wird, ist Erika Hiltmann überzeugt: «Es besteht bis 2050 noch immer die Wahrscheinlichkeit, dass in der Region in einzelnen Wintern noch genug Schnee fällt, um die Pisten zu nutzen. In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts wird es in unserer Region dann aber unwahrscheinlich», so die Wissenschaftlerin und Leiterin des entsprechenden Forschungsteams an der Uni Basel.

Es sei aber noch nicht zu spät, diesen Umstand zu ändern, so Hiltmann. Aber dazu müsste man dringend handeln. «Wenn wir jetzt etwas ändern, dann haben auch die nächsten paar Generationen noch etwas Schlittelvergnügen in der Region.»

Betreiber brauchen Alternativen

Die Skilift-Betreiber im Baselbiet haben also einen schweren Stand. Wichtig sei es nun, das Angebot in den Gebieten zu diversifizieren, um die Kosten auch in schneearmen Wintern decken zu können, sagt Hiltmann. Und genau das hat der Skilift Oltingen getan.

Dort setzen sich 24 Mitglieder eines Vereins ehrenamtlich dafür ein, dass die Fixkosten für Strom oder Versicherungen auch abgedeckt werden können, wenn der Schnee fürs Skifahren nicht ausreicht. «Müssten wir Lohnkosten zahlen, würden wir nicht überleben», sagt Christoph Gysin. Deswegen habe man sich darauf geeinigt, unentgeltlich zu arbeiten.

Zusätzlich organisiert der Verein an sechs Sonntagen in der Skihütte gleich neben dem Skilift Events. Es wird gekocht, getrunken und am Ende der Saison gibt es sogar noch ein Livekonzert. «Die Hütte ist ganz einfach eingerichtet und wir waschen alles von Hand ab. Wir kochen dann ein einfaches Menu für die Gäste und können mit den Einnahmen dann unsere Kosten decken.»

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