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Der Telebasel News Beitrag vom Mittwoch, 4. Januar 2023.
Basel

Tiere und Umwelt leiden unter Feuerwerk

Dreckige Strassen, gestresste Tiere: Die Schattenseiten der Feuerwerke machen nicht nur manchen Menschen, sondern auch anderen Lebewesen zu schaffen.

Das schöne Wetter lockte in der Silvesternacht viele Leute auf die Strassen. In der Region Basel zelebrierten sie dabei den Jahreswechsel mit zahlreichen Feuerwerken. Über die Raketen und Böller freuten sich längst nicht alle. Dominik Egli und seinem Team von der Stadtreinigung Basel etwa bescherte die grosse Abfallmenge am Morgen danach einen intensiven Arbeitstag. Am schlimmsten sei die Verschmutzung am Rhein gewesen, aber auch auf dem Münsterplatz und auf der Pfalz habe besonders viel Arbeit auf Eglis Leute gewartet. «Offensichtlich haben die Leute viel mehr Feuerwerk entzündet als in anderen Jahren. Das hat man in der Innenstadt stark gespürt, aber auch in den Quartieren», sagt Egli.

So dauerte es deutlich länger, bis die Strassen und Trottoirs wieder sauber waren. «An Wochenenden und Feiertagen dauert die Reinigung normalerweise bis 11 Uhr. Dieses Mal waren wir um 13:30 Uhr mit der Innenstadt einigermassen fertig, aber mit den Quartieren überhaupt nicht», erzählt Egli. Die Konsequenz: Auch das Team der Spätreinigung hatte noch einiges zu tun.

Stress setzt den Tieren zu

Mit dem Abfall zu kämpfen hatte auch das Tierheim an der Birs. Beim Gewässer abgefeuerte Raketen fliegen über den Zaun ins Aussengehege. Am Morgen mussten die Angestellten des Tierheims deshalb die Anlage gut reinigen, damit sich die Tiere nicht verletzten oder den Unrat fressen. Das grösste Problem stelle für die Tiere aber definitiv der Lärm dar, sagt Geschäftsleiterin Béatrice Kirn. «Sie verkriechen sich in die Ecke und fressen nichts mehr. Sie zittern am ganzen Körper, finden keine Ruhe mehr und tigern in ihrem Käfig umher», so Kirn. «An solchen Tagen wie an Silvester schaffen wir den Tieren deshalb Rückzugsmöglichkeiten, damit sie sich geschützt verstecken können.»

Béatrice Kirn betont, dass Feuerwerke nicht nur für «ihre» Tiere verheerende Folgen haben können. «Das bedeutet für jedes Tier eine Gefahr, zum Beispiel auch für die Wildtiere», sagt sie. Bei der Jagd klinge es ähnlich, weshalb sich die Tiere für längere Zeit verstecken. «Für sie ist das purer Stress. Und wenn sie Junge haben, ist es noch viel schlimmer.»

Hohe Messwerte wegen schönem Wetter

Auch der Feinstaub belastet die Umwelt. Die Situation präsentiert sich aber je nach Witterungsbedingungen unterschiedlich. «Bei einer ruhigen Wetterlage wie am vergangenen Silvester kann die Belastung sehr hoch sein», sagt Markus Kalberer, Professor für Atmosphärenwissenschaften an der Universität Basel. In der Stadt Basel seien deshalb hohe bis sehr hohe Werte gemessen worden. «Es waren etwa zehn- bis 20-mal mehr in der Neujahrsnacht. Das Maximum wurde zwischen 1 und 2 Uhr erreicht, am nächsten Morgen lagen die Werte wieder auf dem Niveau von vorher», sagt er.

Weil die Feuerwerke aber nur über einen kurzen Zeitraum stattfinden, halten sich die langfristigen Auswirkungen für die Gesundheit der Menschen in Grenzen. Bedeutend schlimmer seien gemäss Markus Kalberer andere Luftverschmutzungen in der Stadt – zum Beispiel Autoabgase.

5 Kommentare

  1. Ein auf Tierliebe machen aber gleichzeitig hat man sich bei Massentierhaltung und Tierversuche dagegen gestimmt ? Wie unglaubwürdig! Die Chemie und Pharma so wie die Übersee Schiffe , Flugzeuge stellt man nicht ein die Täglich alles verschmutzen ! Was für eine Alibi Übung. Wie verlogen und nicht konsequent die Menschen doch sind.Report

  2. Dieses Jahr war wohl überall der Zenit erreicht! Es war, als müssten die letzten Jahren nachgeholt werden. Grenzenlos vom Morgen bis in die Nacht Tage früher und Tage danach wird geknallt und als Hundehalter welcher seit Tagen kaum raus zu bewegen ist( Deutscherschäfer) ist dies verhalten einfach nicht zu erdulden. Es ist noch nicht so lange her, das an Silvester keine Feuerwerke gab, weshalb muss den hier alles veramerikanisiert werden? Und weshalb wird es überhaupt im Verkauf angeboten?Report

  3. X-Hunderte von Franken werden pro Familie in die Luft gesetzt. Ob diese Familien ein Leasing-Auto, Steuerschulden oder vom Sozialamt leben spielt keine Rolle…..Report

  4. Warum verbietet die Regierung nicht einfach das Abknallen von privaten Fererwerkskörpern? Gibt es ein Grundrecht dafür, andere Menschen und Tiere mit Lärm und Abgasen zu belästigen ja zu gefährden?Report

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