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Der Telebasel News Beitrag vom 31. Dezember 2022.
Basel

16,7 Grad: Basel erlebt wärmsten Silvester seit Messbeginn

Basel hat den wärmsten Silvester seit Messbeginn verzeichnet. 16,7 Grad zeigte das Thermometer an. Damit wurde der Rekord von 16,4 Grad von 1961 geknackt.

Noch nie war es an einem Silvester in Basel so warm wie 2022. 16,7 Grad zeigte das Thermometer um 1 Uhr am Rheinknie an. Damit wurde der Uralt-Rekord von 16,4 Grad aus dem Jahr 1961 geknackt. Solche Werte sind zu dieser Jahreszeit äusserst ungewöhnlich, normalerweise wären jetzt Temperaturen zwischen Minus 10 und Plus Grad angesagt. Verantwortlich für die neue Bestmarke zum Jahresende ist ein Hochdruckgebiet über dem Mittelmeer, wie Karl Gutbrod erklärt. «Das schaufelt warme Luft aus Südeuropa zu uns. Wegen des Klimawandels wirkt sich dieser Effekt noch stärker aus als sonst», sagt der Geschäftsführer des Basler Wetterdienstes Meteoblue.

Für Karl Gutbrod steht ausser Frage, dass der Klimawandel existiert. Schliesslich hat die Schweiz gerade die wärmsten zwölf Monate seit Messbeginn im Jahr 1864 hinter sich. Das Phänomen sei aber kein neues, sagt der Lörracher. «Den Klimawandel hat es schon immer gegeben. Der Unterschied zu früher ist, dass er menschengemacht ist und dass er relativ schnell voranschreitet. Und dass er uns jetzt direkt betrifft.»

Die ungewöhnlich hohen Temperaturen im Winter wirken sich auch auf Pflanzen und Tiere aus – mit happigen Folgen für die Menschen. Einige Pflanzen entwickeln sich früher als üblich und werden von einem Kälteeinbruch überrascht. Danach müssen sie nochmals einen zweiten Anlauf nehmen. Dieser Vorgang sei keineswegs neu, erklärt Karl Gutbrod. «Die Vegetation kann sich gut an solche Änderungen anpassen. Aber das, was im Winter durch die Kälte abgetötet wird wie zum Beispiel Schädlinge oder Moskitos, hat jetzt natürlich eine grössere Überlebenschance.»

Der Schnee kommt zurück – wann, ist unklar

Angesichts der unschönen Prognosen betont Karl Gutbrod, dass es in Zukunft auch wieder kältere Silvesternächte geben wird. Er rechnet sogar damit, dass die Region Basel im laufenden Winter nochmals Besuch von Frau Holle erhält. «Es gibt höchstwahrscheinlich nochmals einen Schneeschubser. Ob dieser liegen bleibt, ist aber schwer zu sagen», sagt Gutbrod. Im Augenblick sehe es für die nächsten zwei Wochen aber nicht nach einer weissen Pracht aus.

Trotzdem haben die warmen Silvester-Temperaturen einen positiven Aspekt. Wer an der frischen Luft auf das neue Jahr anstossen will, kann das problemlos tun. Dabei kann man erst noch einen klaren Sternenhimmel bestaunen und je nach Ort eine wunderbare Fernsicht geniessen.

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