Trotz Energie sparen sollte man den Boiler nicht unter 60 Grad einstellen. (Bild: Keystone)
Baselland

Warmwasser sparen: Ja, aber gewusst wie

Das Sparpotenzial bei der Bereitstellung von Warmwasser ist gross. Bei der Einhaltung der Massnahmen ist aber Vorsicht geboten. Der Grund: Legionellen.

Mit dem Slogan «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht» hat der Bundesrat Ende August über die Sparkampagne informiert, um die Energieversorgung im Winter zu stärken. Anhand von einfach umsetzbaren Tipps zeigte die Landesregierung auf, wie die Wirtschaft und Bevölkerung Energie sparen kann.

Einer der grössten Verbraucher sowohl in privaten Haushaltungen sowie in Betrieben ist dabei die Bereitstellung von Warmwasser, weshalb Massnahmen wie duschen statt baden, kürzer oder kälter duschen und Wasserhahn zudrehen bei der Zahnhygiene oder beim Putzen bereits für einen wirkungsvollen Effekt sorgen können.

Nur die Entnahmetemperatur

Im Bezug auf die Warmwasser-Zubereitung ist allerdings Vorsicht geboten. Die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion des Kantons Basel-Landschaft weist in ihrer Mitteilung darauf hin, dass sich tiefere Wassertemperaturen, zum Beispiel beim Duschen, nur auf die Entnahmetemperatur und nicht auf die allgemeine Warmwasserbereitstellung beziehen.

Die Warmwasserbereitstellung hat nach den geltenden Richtlinien und Normen bei einer (Boiler)-Temperatur von mindestens 60 Grad zu erfolgen. An den Entnahmestationen, beispielsweise bei der Dusche, ist eine Temperatur von 50 Grad zu gewährleisten. Als Grund für diese Empfehlung führt der Kanton sogenannte Legionellen an.

Keine erhöhte Zahl an Legionellen-Vorfällen

Legionellen sind Bakterien, die von Natur aus in geringer Anzahl im Wasser vorkommen. Bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad können sich Legionellen vermehren, ab 55 Grad sterben sie ab. Problematisch wird es dann, wenn sich Legionellen im Wassersystem vermehren und durch feinste Wassertröpfchen (Aerosole), wie sie etwa beim Duschen oder Baden entstehen, in die Atemwege gelangen. Insbesondere bei den Risikogruppen kann dies zu schweren Erkrankungsformen mit Lungenentzündung führen. Eine Temperatur von 60 Grad bei der Warmwasserbereitstellung am Boiler müsse gemäss der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion deshalb gewährleistet sein, um als präventive und effektive Massnahme den Legionellenwachstum vorzubeugen.

«Einen Anstieg von Legionellen-Vorfällen sehen wir momentan nicht», gibt der Baselbieter Kantonschemiker Peter Brodmann Entwarnung. Wenn es einen solchen geben sollte, würde man diesen wahrscheinlich erst im kommenden Frühling registrieren. «Wir erhalten aber immer wieder Anfragen von besorgten Bürgerinnen und Bürgern zu diesem Thema, deshalb haben wir an der Sitzung mit dem kantonsärztlichen Dienst entschieden, eine Medienmitteilung zu veröffentlichen», erklärt Brodmann.

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