Die Schweiz ist gegen Portugal chancenlos. (Bild: Keystone)
Schweiz

Shaqiri: «Das war nicht unser wahres Gesicht»

Portugal zeigt der Nati ihre Grenzen auf. Die Spieler gehen hart mit sich selbst ins Gericht. Und es gab Kritik für Yakins Plan, der ganz und gar nicht aufging.

Die Schweiz ist auch in ihrem dritten WM-Achtelfinal gescheitert. Gegen Portugal blieb das Team von Murat Yakin im Lusail Iconic Stadium von Katar ohne Chance und verlor 1:6. Zwei Gegentore in der ersten, vier in der zweiten Halbzeit besiegelten das Schweizer Schicksal an der WM in Katar.

Die Portugiesen waren dem Schweizer Team in allen Belangen überlegen. Das Schweizer Spiel wirkte matt und kraftlos. Der Europameister von 2016 konnte sich gar den Luxus erlauben, Cristiano Ronaldo auf der Bank zu belassen und erst spät einzuwechseln. Bei der Nati ist die Enttäuschung riesig. In den Interviews nach dem Spiel gehen die Schweizer hart mit sich selbst ins Gericht.

Shaqiri kritisiert Yakins Plan

Angreifer Xherdan Shaqiri entschuldigt sich bei den Fans: «Wir sind sehr enttäuscht. Wir wollen uns im Namen der Mannschaft entschuldigen bei den Fans in der Schweiz. Das war nicht unser wahres Gesicht.»

«Der Trainer hat den Plan geändert», sagt Shaqiri. «Das ist leider nicht aufgegangen.» Murat Yakin, beeinflusst von den Umstellungen, die der krankheitsbedingte Ausfall von Silvan Widmer und die Auswechslung des offensichtlich ebenfalls kranken Fabian Schär zur Pause mit sich brachten, liess seine Mannschaft weniger mutig auftreten als zuletzt gegen Serbien.

Auch wenn in den Worten Shaqiris eine leise Kritik an Yakin auszumachen ist, sagt er: «Wenn Portugal so spielt, hast du keine Chance.» Und wenn die Schweizer erkältungsgeschwächt sind, erst recht nicht. Shaqiri sagt, Widmer habe sich heute nicht gut gefühlt und deshalb nicht spielen können. «Aber das gehört zum Leben. Dann hast du halt Pech.»

Der Basler versucht dem sang- und klanglosen Ausscheiden Positives abzugewinnen, und sagt, was die Schweizer Spieler nach den letzten Weltmeisterschaften immer sagen mussten: «Irgendwann wollen wir diesen Exploit schaffen und ins Viertelfinal kommen.»

Entschuldigungen an die Fans

Manuel Akanji gibt zu: in der zweiten Halbzeit war die Luft raus: «Wir sind eigentlich gut ins Spiel gestartet. Wir hatten alles unter Kontrolle. Dann darf man nie in so einer Situation, nach einem Einwurf so ein Tor bekommen. Das gleiche beim zweiten Gegentor. Aber auch dann war noch alles offen. In der zweiten Halbzeit spielte sicherlich die Müdigkeit und die Enttäuschung mit bei den Gegentoren.»

Auch Goalie Yann Sommer ist enttäuscht und sieht Fehler bei sich selbst: «Wir hatten einen Systemwechsel. Wir haben nicht die Mentalität auf den Platz gebracht, die wir sonst von uns gewohnt sind. Es ist einfach ein sehr, sehr bitterer Abend. Es ist momentan schwierig, Erklärungen zu finden. Wir haben ihnen viel Raum gelassen. Es gibt auch zwei, drei Situationen, bei denen ich nicht gut aussehe. Alles in allem hat vieles nicht gepasst heute. Dann ist es sehr schwer, gegen einen solchen Gegner zu bestehen.»

Remo Freuler geht mit sich hart ins Gericht: «Es war heute schwierig. Wir sind nicht in die Duelle gekommen, wir waren immer einen Schritt zu spät. Wir können uns nur bei der ganzen Schweiz entschuldigen. Heute waren wir nicht auf dem Platz. Das tut uns sehr leid. Es ist eine WM, sie findet alle vier Jahre statt. Man fiebert auf so ein Spiel hin – und dann liefert man so eine Leistung ab… Wir sind die ersten Schuldigen. Es ist schwierig, Worte zu finden.»

Yakin: «Portugal war besser organisiert»

Für Trainer Murat Yakin ist die fehlende Energie einiger Spieler der Hauptgrund für das 1:6 gegen Portugal. «Die Niederlage tut weh. Wir sind traurig», sagt der Coach. «Wir müssen akzeptieren, dass heute vieles nicht aufgegangen ist.» Man habe eigentlich über die Flanken spielen wollen, viel Druck machen. «Unser Plan hat aber nicht funktioniert. Portugal war besser organisiert», gestand er.

Trotz der Niederlage befand Yakin, müsse man nach der Niederlage nicht alles schlecht reden. «Wir haben in der Vorrunde gut gespielt. Jetzt sind wir auf einen besseren Gegner gestossen. Wir können trotzdem mit dem Turnier zufrieden sein.» Es gelte abzuhaken und als Team nach vorne zu schauen.

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