Enttäuschte Gesichter in der Basler Fussballbar Didi Offensiv nach der Nichtwahl von Eva Herzog. (Bild: Keystone/Montage: Telebasel)
Basel

«Jetzt verliert auch noch Eva Herzog»

Getrübte Stimmung am Mittwoch Vormittag im Didi Offensiv. Auf die Nati-Pleite folgt heute die Nichtwahl von Eva Herzog. Gegenüber Jositsch wird Unmut laut.

Mit versteinerten Gesichtern ist am Mittwoch beim Public Viewing in der Basler Fussballbar Didi Offensiv die Nichtwahl der lokalen SP-Kandidatin Eva Herzog als Bundesrätin zur Kenntnis genommen worden. Für Unmut gesorgt hatte vor allem der Umstand, dass sich der SP-Sprengkandidat Daniel Jositsch nicht von selber aus dem Rennen genommen hatte.

Gut 50 Baslerinnen und Basler hatten sich ab 8 Uhr in der Bar beim Erasmusplatz eingefunden, wo nicht viele Stunden zuvor noch die bittere Niederlage der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft im WM-Achtelfinal erlitten werden musste. Ein spanischstämmiges Basler GLP-Mitglied kommentierte lakonisch: «Gestern fielen Spanien und die Schweiz aus dem WM-Rennen und jetzt verliert auch noch Eva Herzog.»

Die Wahl von Albert Rösti zum neuen SVP-Bundesrat war zuvor regungslos zur Kenntnis genommen worden. Der erste Wahlgang zur Nachfolge von SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga sorgte dann aber doch für ein Raunen vor den TV-Bildschirmen und -Leinwänden. Dass Eva Herzog so weit hinter Elisabeth Baume-Schneider zu liegen kam, hatte man nicht erwartet.

Und es wurde Unmut gegenüber Sprengkandidat Daniel Jositsch laut, der keine Verzichtserklärung abgab. Er hätte sich explizit zurückziehen sollen, hiess es von mehreren Seiten.

Basler SP äussert Bedauern

Dennoch blieb die Zuversicht bestehen, dass es die als Favoritin gehandelte Herzog, die im zweiten Wahlgang zu Baume-Schneider aufschloss, schaffen werde. Umso grösser dann die Enttäuschung, als schliesslich die knappe Wahl von Baume-Schneider respektive die Nichtwahl der Basler Kandidatin bekanntgegeben wurde.

Ein FDP-Mitglied monierte, dass nun nur noch Finanzausgleichs-Nehmerkantone in der Landesregierung vertreten seien und die Städte als Wirtschaftsmotoren an den Rand geschoben worden seien. Als Trost für Basel-Stadt wertete er aber die Tatsache, dass der Nationalrat am Dienstag bei der Umsetzung der OECD-Mindeststeuer-Vorgabe auf den Kompromissvorschlag des Ständerats eingeschwenkt war, der Dreiviertel der erwarteten Mehreinnahmen den Kantonen zugutekommen lässt.

In einer Medienmitteilung äussert die SP Basel-Stadt ihr Bedauern über die Nichtwahl Herzogs. Es sei ausser Frage gestanden, dass Eva Herzog eine hervorragende Bundesrätin gewesen wäre, schreibt sie. «Wir sind gleichzeitig froh, dass sie uns mit ihrer herausragenden Dossierfestigkeit, ihrem Verantwortungsbewusstsein und ihrer akribischen, hartnäckigen Arbeitsweise als Ständerätin erhalten bleibt.»

2 Kommentare

  1. Wie aus dem nicht taucht die SP Frau Baume auf, SRF fahrt voll auf Sie ab, Sie nutzt die Gunst der Stunde und präsentiert sich als fröhliche, natürliche Frau vom Land, von da an hatte Frau Herzog keine Chance mehr. SP ist wahrscheinlich nicht ganz unglücklich mit deren Wahl. Sie brauchen im Land eine Stimmen Fängerin da wird Frau Baume schon jetzt zur Landesmutter erkoren.Report

  2. Unglaublich… Aber, gegen Schwarznasenschafe scheint wohl keiner anzukommen… Man kann hoffen, dass das bei den Gesamtbundesratswahlen im nächsten Jahr korrigiert wirdReport

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

Mehr aus dem Channel