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Eva Herzog (SP) nach den Bundesratswahlen im Interview. (Video: Telebasel)
Schweiz

«Die Unterstützung aus der Region war elektrisch»

Eva Herzog verpasst den Sprung in den Bundesrat. Für die SP-Politikerin sei dies vor allem für die Region schade. Das Interview nach den Wahlen.

Die unterlegene Bundesratskandidatin Eva Herzog (SP/BS) hat Elisabeth Baume-Schneider (SP/JU) zur Wahl in den Bundesrat gratuliert. Sie und ihr Team hätten alles getan, was möglich gewesen sei, sagte Herzog. Telebasel sprach mit der Baslerin kurz nach der Nichtwahl in den Bundesrat.

Telebasel: Kurz nach der Wahl, es hat leider nicht gereicht. Wie ist die Gefühlslage?

Eva Herzog: Ich versuchte immer vorsichtig zu sein. Ich habe immer gesagt, dass ich wie einen Panzer trage – dass ich nicht zu weit vorausdenken will. Ich bin da immer etwas vorsichtig. Es kann immer so oder anders kommen. Es ist wie im Sport: Jemand gewinnt, jemand verliert. Und jetzt hat es nicht geklappt. Das akzeptiere ich. Die Bundesversammlung hat entschieden. Ich gratuliere Elisabeth Baume-Schneider ganz herzlich zu dieser Wahl. Ich bin sicher, sie wird eine ausgezeichnete Bundesrätin sein.

Das ist die diplomatische Antwort. Aber das Herz tut schon ein wenig weh?

Ich glaube, das realisiere ich gar noch nicht, vielleicht. Es war überhaupt ein wenig surreal in letzter Zeit. Man kann sich auch nicht vorstellen, wie es ist, wenn es klappt. Jetzt hat es nicht geklappt. Nächste Woche bin ich wieder im Ständerat, dann geht das normale Leben weiter. Das hat ja auch sehr schöne Seiten.

Nehmen Sie uns kurz mit in die Gefühlswelt: Sie sind am Morgen hierhergekommen. Wie war die Anspannung?

Ich war schon sehr nervös. Weil ich dachte, dass ich jetzt nichts mehr machen kann. Das war das gute Gefühl. Gestern waren die letzten Hearings. Ich fand, es sei gut gelaufen. Ich habe meinen Teil gemacht. Wenn es jetzt nicht gut kommt, werfe ich es mir nicht vor. Und so viele Leute unterstützen mich. Das war so toll. Es war auch eine wahnsinnig schöne Zeit. Die Unterstützung zu spüren. Hier im Bundeshaus, von der Fraktion, von verschiedenen Parteien, von vielen Frauen und natürlich aus der Region.

Sind Sie an den Punkt gekommen, wo Sie wirklich sagen könne: Ich kann mir nichts mehr vorwerfen? Oder gibt es etwas, das Sie noch hätten machen können?

Das weiss man zum Glück nicht. Sie wissen ja letztendlich auch nicht, wer wie abgestimmt hat.

Es gab drei Wahlgänge. Wie war das mit der Nervosität? Wie haben Sie das erlebt?

Ich finde das jetzt weniger interessant. Was ich wirklich noch gerne sagen würde: Die Unterstützung von der Region, von allen Leuten in Basel – die jetzt total enttäuscht sind – war so elektrisch. Das tut mir eigentlich am meisten weh. Ich hoffe, dass sie nicht zu fest enttäuscht sind. Wir müssen nun damit umgehen, weiterhin nicht im Bundesrat vertreten zu sein. Es gibt keinen städtischen Vertreter im Bundesrat. Das ist eine Enttäuschung. Mir tut es leid für alle, die mitfieberten. Das ist mir ein Anliegen, das zu sagen.

2 Kommentare

  1. Die Unterstützung war elektrisch.
    Die Kadidatin (E. Herzog) ernst, schmallippig, karg, kalt.
    Technisches Denken, technische Ausdrücke.
    Frau Herzog:
    Es gibt auch noch eine andere Seite:
    Lachen, Herzen, Herzen öffnen, Wärme….
    Dies alles fehlte leider in ihrem Sprechen und Ausdruck!
    Frau Baume Schneider hat dies alles, was sie leider nicht hatten….
    Denn wir sind immer noch Menschen, keine Maschinen (in unserer Computer-Welt)
    Mehr denn je wichtig.Report

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