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Der News-Beitrag vom 4. Dezember 2022.
Basel

Die Tradition der Weihnachstkarten

Es ist der zweite Advent. In dieser Zeit werden unzählige Karten kreiert und verschickt. Dieser Tradition widmet das Museum der Kulturen Basel eine Ausstellung.

Nachrichten und Glückwünsche werden heutzutage überwiegend digital übermittelt. Dennoch gibt es auch heute noch viele Menschen, die diese alte Tradition zelebrieren und Karten selbst gestalten und verschicken. Im Museum der Kulturen kann man zurzeit Weihnachtskarten gestalten. Aber nicht nur das: Es sind auch alte Karten aus der ganzen Welt ausgestellt.

Der historische Kontext findet Byron Dowse am spannendsten. Er macht die Führungen für diese Ausstellung. «Mich interessiert vor allem, wie sich das Ganze historisch veränderte. Auch wie sich die Umstände des Postversands geändert haben. Interessant finde ich auch, dass wir es auch heute noch machen. Wir brauchen es, um unsere Beziehungen zu pflegen. Schlussendlich ist es einfach eine schöne Geste. Auch ich freue mich, wenn ich eine schöne Karte zu Weihnachten bekomme.»

Post beschleunigt Kartenversand

Sehr viel früher in der Geschichte wurden Karten noch persönlich übergeben. Dank des Postwesens wurde es dann plötzlich möglich, Karten über weitere Distanzen zu versenden. Dabei spielten wir Schweizer sogar eine Vorreiterrolle, wie Dowse erklärt: «Die Schweiz war das vierte Land weltweit, die es ermöglichen konnte, Postkarten zu verschicken. Ab 1870 konnte man dies machen und das führte dazu, dass innert kürzester Zeit plötzlich Millionen von Postkarten zugestellt wurden.»

Weil die Briefe nach Gewicht frankiert werden, sei das damals ein relativ günstiger und erschwinglicher Weg gewesen, um sich zu beglückwünschen. In der Sammlung fallen ganz unterschiedliche Karten auf. Die Bedeutungsvollsten dürften wahrscheinlich aus schwierigen Zeiten stammen. Dann hat einen Glückwunsch oder eine Grussbotschaft natürlich eine besondere Bedeutung.

Rassistische Karten

Dowse zeigt Karten aus dem ersten Weltkrieg und erklärt: «Diese Karten wurden effektiv mit der Feldpost an die Front oder von da nach Hause gebracht. Man kann sich vorstellen, dass solche Karten von der Familie für die Männer an der Front einen Lichtblick darstellten. Aber auch umgekehrt. Die Familien wissen dank einer Karte, dass die Person im Krieg noch am Leben ist.»

Wie bei anderen Produkten aus der Vergangenheit gibt es aber auch problematische Karten. Namentlich: rassistische Darstellungen. «Als Museum müssen wir uns natürlich mit der Frage auseinandersetzen, wie und ob wir solche Bilder zeigen», so Dowse. Der Kurator der Ausstellung, Alexander Brust, hat sich entschieden problematische Bilder auszustellen. Allerdings sind sie unter einer Klappe versteckt, damit es Leute nicht sehen müssen, die es nicht wollen.

Diese Bilder sind aber auch gute Beispiele dafür, wie der Inhalt dieser Karten einen Einblick in die damalige Gesellschaft und deren Entwicklung geben kann. Die Ausstellung im Museum der Kulturen Basel läuft noch bis am 8. Januar.

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