Featured Video Play Icon
Der Telebasel Newsbeitrag vom 1. Dezember 2022.
Basel

Peter Marschel: «Schweizer Nationalballett wäre wünschenswert»

Der ehemalige Manager des Basler Balletts sieht in der Schliessung der Ballettschule ein grosses Problem und wünscht sich ein Schweizer Nationalballett.

In der Ballettschule vom Theater Basel werden ab dem Sommer die Lehrstellen für Bühnentanz gestrichen. «Ich war enttäuscht und erschüttert, aber nicht überrascht», sagt Peter Marschel. Nach der Berichterstattung über die Missstände in der Ballettschule des Theaters Basel, sei die Schliessung der Schule aber zu erwarten gewesen.

Laut dem ehemaligen Manager des Ballett Basels sei die Schule aber für ihre finanziellen Probleme nicht nur alleine verantwortlich. Für Basel müsse die Schliessung der Schule in einem grösseren Kontext betrachtet werden. «Die kulturelle Berichterstattung wird heruntergefahren, das Musical Theater wird zu einem Hallenbad.» Es sei ein weiteres Element der Veränderung der Basler Kulturlandschaft und dies «vor allem im Bereich der Performing Art.» Marschel bedauert dies sehr: «Basel war ja mal die Ballett-Stadt der Schweiz oder sicher im deutschsprachigen Europa.»

Für Basler Ballett-TänzerInnen wird es kompliziert

Für ambitionierte TänzerInnen aus der Region werde es ab August zudem nun schwieriger. Denn für sie ist die Auswirkung der Schliessung der Ballettschule konkret mit Veränderungen verbunden. «Die müssen sich einfach im Ausland ausbilden lassen.» Das sei für Basel natürlich schade.

Und: Ein einfacher Wechsel im August nach Zürich sei aus administrativen und vor allem aus Kostengründen nicht so einfach. Dies habe unter anderem auch mit dem «Kantönligeist» der Schweiz zu tun. «Wünschenswert wäre es, wenn es eine Schweizer Ballettschule geben würde – ein Schweizer Nationalballett», so Marschel.

«Es werden genügend Talente gefunden»

Ein Wehmutstropfen sei die Schliessung auf alle Fälle. Denn gerade Basel habe vielen eine sehr gute Grundausbildung auf dem Weg zum Profitänzer geboten.

Eine direkte Konsequenz hätte die Schliessung der Schule jedoch aus internationaler Sicht nicht. Denn in Europa gebe es etwa 800 bis 900 Stellen für professionelle Stellen für Tänzer. 10’000 Tänzer würden jährlich ausgebildet. «Es werden genügend Talente gefunden werden», jedoch halt nicht mehr, oder nicht mehr so einfach, in Basel.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

Mehr aus dem Channel