Heiko Vogel kehrt in neuer Funktion ans Rheinknie zurück. (Bild: Keystone)
Basel

Trotz fehlender Erfahrung als Sportdirektor: Heiko Vogel ist die richtige Wahl

Der ehemalige FCB-Trainer Heiko Vogel bringt keine Erfahrung als Sportchef mit. Dennoch kann er mit seiner Art einige Löcher stopfen. Ein Kommentar.

Was für eine Überraschung! Heiko Vogel kehrt als Sportdirektor zum FC Basel zurück. Ab dem 1. Januar ist der 47-jährige Deutsche in einer für ihn neuen Funktion tätig. Dass der FCB auf der Suche nach einem Sportdirektor ist, war bekannt. Bereits im März wollte der FCB für diese Position Legenden-Goalie Pascal Zuberbühler gewinnen, erhielt aber eine Absage. Der 51-jährige ehemalige FCB-Torhüter war im Jahr 2014 für ein paar Monate Sportchef bei Servette und hätte nur wenig Erfahrung auf diesem Gebiet mitbringen können.

Nicht der klassische Sportdirektor

Dass der FCB diese Stelle nun mit einem Mann besetzt, der wiederum keine grossen Erfahrungen als Sportchef hat, kommt daher wenig überraschend. Neben seinen Trainer-Tätigkeiten auf verschiedensten Stufen war Vogel von 2015 bis 2017 Nachwuchskoordinator beim grossen FC Bayern München. Erfahrungen als Sportdirektor bringt der Deutsche keine mit. Aber solche sind vermutlich auch gar nicht so gefragt. Der starke Mann beim FCB wird weiterhin David Degen sein. Als Mehrheitsaktionär dürfte er weiterhin das letzte Wort haben – nicht nur, aber auch im sportlichen Bereich.

Deshalb wird Vogel nicht der klassische Sportdirektor sein. David Degen sagt zwar in der Mitteilung des Clubs, dass Vogel ein «absoluter Fachmann für diese wichtige Funktion» sei. In seinem Zitat spürt man aber heraus, für welche Aufgaben er vorgesehen ist: «Wir versprechen uns von ihm, dass er als Sportdirektor den Trainerstaff und das gesamte Team bestmöglich unterstützt, führt und weiterentwickelt und sein Wissen sowie seine grosse Leidenschaft für den sportlichen Erfolg einbringt.»

Passender Job für Vogel

Natürlich dürfte die Meinung von Vogel geschätzt werden, doch er wird wahrscheinlich nicht die Macht und Verantwortung haben, ein Team zusammen zu stellen und Transfers zu tätigen. Vielmehr soll er «das Bindeglied an der Spitze der sportlichen Leitung zum Verwaltungsrat sein, vor allem auch zum Präsidenten David Degen, der in seiner Funktion diverse andere Aufgaben – auch abseits des Sports – für den Club wahrnimmt», wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Vogel dürfte wohl auch das Bindeglied von der sportlichen Führung zur Öffentlichkeit darstellen. Nach dem Abgang von Sportchef Marco Streller und danach von Ruedi Zbinden fehlte beim FCB bereits unter der Führung Bernhard Burgeners ein Gesicht, das die Interessen des FCB in die Öffentlichkeit trägt oder diese auch rechtfertigt und vor allem begründet.

Das ist ein eminent wichtiger Job, für den nicht alle geeignet sind. Denn dafür muss man sich sehr gut beherrschen und Dinge klar ansprechen können. Gleichzeitig soll man aber sympathisch und kompetent wirken. Genau der richtige Job für Heiko Vogel! Denn der Deutsche konnte in seiner Zeit beim FCB die Herzen der Fans mit seiner authentischen Art für sich gewinnen. Schon fast legendär sind Teile seiner Interviews, als er zum Beispiel nach Steinhöfers Schuss an die eigene Latte gegen Manchester United sagt: «An guten Tagen macht er den rein.» Der Deutsche sprach sehr offen – auch dann, wenn es mal nicht nach Wunsch lief.

Vogel, Degen, Frei und Streller wieder vereint

Man konnte nach seiner zweiten Entlassung, diesmal bei Sturm Graz im Jahr 2018, ein Interview der «Tageswoche» lesen, in dem er tief in seine Gefühlswelt blicken liess. In diesem Interview sprach er auch in den höchsten Tönen von der damaligen FCB-Führung Heusler/Heitz, obwohl diese beide Personen Verantwortlich für seine Entlassung im Jahr 2012 waren.

Ebenso hatte er als FCB-Cheftrainer von 2011 bis 2012 einen guten Zugang zu Spielern wie David Degen, Alex Frei und Marco Streller, so dass diese noch Jahre später mit ihm in Kontakt standen. Auch das spricht für seine gute Kommunikation und seinen guten Umgang mit Menschen. Die Rollen sind zwar anders verteilt als damals, aber Vogel, Degen, Frei und Streller arbeiten nun wieder für das gleiche Ziel. Ob diese Zusammenarbeit wieder ähnlich erfolgreich wird? Damals konnten sie das Double gewinnen und stiessen in der Champions League bis in die Achtelfinals vor.

Neben seinen Stärken auf zwischenmenschlicher Ebene bringt Vogel auch ein breites Netzwerk mit. Zum Beispiel konnte er bei seinem Engagement im Nachwuchs der Bayern Persönlichkeiten wie Pep Guardiola oder Carlo Ancelotti, Uli Hoeness und Karl-Heinz Rummenigge oder auch Matthias Sammer und Hermann Gerland kennenlernen. Diese und weitere Kontakte bringen ihm natürlich auch in der Funktion des Sportdirektors einen wesentlichen Vorteil.

4 Kommentare

  1. Also 💯 x besser als Stocker,denn Stocker hat keine Erfahrung,aber trotzdem es bleibt ein Kumpel Club,ich würde sofort die beiden Frei in die Wüste schicken!!Report

  2. Für den Vogel ist es noch zu früh, der friert ja bei uns im Winter. Frühling wäre besser gewesen.😂 Dann singen wir halt jetzt schon(Alle Vögel alle, Amsel Fink und Star…) oder kommt der (Thorsten) Fink auch wieder zurück?🤣🤣🤣Report

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