Will keine Kräfte schonen: Murat Yakin wird gegen Brasilien wohl nicht gross rotieren. (Bild: Keystone)
International

Die Schweiz will auch Brasilien ärgern

Am Montag bekommt es die Schweiz mit Favorit Brasilien zu tun. Nach dem Auftaktsieg will Trainer Murat Yakin auch gegen die Seleção punkten.

Das Nationalteam verschwendet vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Brasilien keine Gedanken an den möglichen Showdown gegen Serbien. Trainer Murat Yakin und die Spieler trauen sich auch gegen den Titelfavoriten alles zu.

«Klar, der Gegner ist einer der stärksten im Turnier. Aber wir wissen, was wir können», sagte Yakin am Tag vor dem Spiel. Man wolle auch gegen Brasilien etwas mitnehmen, das sei auch der Anspruch der Mannschaft gegen grosse Gegner. Yakins Devise gegen die ohne den verletzten Neymar um ein Element beraubten Südamerikaner lautet: «Gut loslegen, auch zu Beginn konkreter agieren als gegen Kamerun, 95 oder 100 Minuten Gas geben und schauen, was dabei rauskommt.»

Rücksicht auf drohende Sperren im mutmasslich kapitalen letzten Gruppenspiel gegen Serbien – die Innenverteidiger Manuel Akanji und Nico Elvedi sind mit Gelb vorbelastet – will Yakin keine nehmen: «Ich habe das in der Vorbereitung nicht thematisiert, denn fünf Prozent weniger gehen auf diesem Niveau nicht.» Sollte sich einer eine Sperre einhandeln, «haben wir genug gute Spieler, die auf dieser Position einspringen können», befand Yakin.

Auch Xherdan Shaqiri wischte mögliche Gedanken an den Serbien-Match vom Tisch: «Wir gehen in das nächste Spiel und denken nicht schon an das übernächste. Ein positives Resultat gegen Brasilien wäre schon mal etwas Gutes.»

Shaqiri fordert Kaltschnäuzigkeit

Brasilien habe auch seine Schwächen, sagte Shaqiri und forderte von seinem Team Kaltschnäuzigkeit: «Gegen grosse Mannschaften ist es immer das Gleiche: Du musst die wenigen Chancen ausnützen, die du kriegst.» Angesichts der brasilianischen Offensivkraft wird sich Shaqiri jedoch auch in defensiven Belangen stärker einbringen müssen als gegen Kamerun.

Yakins Ausführungen zufolge wird die Schweiz in der gleichen Besetzung auflaufen wie gegen Kamerun. Eine Umstellung auf eine Dreier- respektive Fünferkette schloss er praktisch aus: «Es gibt keinen Grund umzustellen. Die Viererkette hat gut funktioniert.»

Die Mannschaft habe schon viele tolle Geschichten geschrieben, und sie könne weitere tolle Geschichten schreiben – «vielleicht auch gegen Brasilien», führte Yakin fort. «Der Gegner kann schnell umschalten und schnell attackieren. Aber wir sind gut vorbereitet und können selber das Tempo auch schnell machen und uns aus dem Pressing befreien.» In der Verteidigung seien das richtige Anlaufen und das richtige Timing entscheidend.

Brasilien auch ohne Aussenverteidiger Danilo

Die Brasilianer ihrerseits müssen nicht nur auf Neymar verzichten, sondern auch auf den rechten Aussenverteidiger Danilo. Damit ist die Mannschaft von Trainer Tite genau auf jener Position geschwächt, auf der sich kaum personelle Alternativen anbieten.

Die heimischen Berichterstatter erwarten, dass der gelernte Innenverteidiger Eder Militão an Danilos Stelle auflaufen wird und nicht der 39-jährige Dani Alves, der als einziger Rechtsverteidiger-Backup im Kader figuriert. Real Madrids Rodrygo könnte für Neymar einspringen.

Die möglichen Aufstellungen

Schweiz: 1 Sommer; 3 Widmer, 5 Akanji, 4 Elvedi, 13 Rodriguez; 8 Freuler, 10 Xhaka; 23 Shaqiri, 15 Sow, 17 Vargas; 7 Embolo.

Brasilien: 1 Alisson; 14 Eder Militão, 4 Marquinhos, 3 Thiago Silva, 6 Alex Sandro; 5 Casemiro; 21 Rodrygo, 7 Paqueta; 11 Raphinha, 9 Richarlison, 20 Vinicius Junior.

Bemerkungen: Schweiz ohne Okafor (muskuläres Problem im Oberschenkel), Brasilien ohne Neymar und Danilo (beide verletzt).

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