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Der Telebasel News-Beitrag vom 27. November 2022.
Basel

Kindsgi-Zank in Riehen ist entschieden

Der neue Kindergarten am Siegwaldweg in Riehen kommt – mit Betonmauer. Die Befürworter entschieden den Streit an der Urne deutlich für sich.

Der Zankapfel ist gegessen. Nach monatelangem Streit um den geplanten Kindergarten am Siegwaldweg in Riehen setzten sich die Befürworter durch: Der «Doppel-Kindsgi» wird ab Sommer 2025 den bisherigen, fast 100 Jahre alten Kindergarten ablösen. Das Riehener Stimmvolk stimmte dem Bau zu, der die Gemeinde rund 4,2 Millionen Franken kosten wird. 3’779 Stimmberechtigte waren dafür, 2’476 dagegen. Das entspricht einem Ja-Stimmenanteil von 60,4 Prozent. Die Stimmbeteiligung lag bei 50,5 Prozent.

«Ich freue mich sehr und bin sehr dankbar», sagt die Riehener Gemeinderätin Silvia Schweizer (FDP), die für das Neubau-Projekt zuständig ist. «Es war ein sehr unschöner Abstimmungskampf, den ich in all den Jahren, in denen ich in der Riehener Politik bin, noch nie erlebt habe.»

Streitpunkt Betonmauer

Was ist passiert? Eigentlich sah zu Beginn alles nach einer klaren Angelegenheit aus. Der Riehener Einwohnerrat stimmte im letzten März dem Investitionskredit deutlich zu. Doch dann gingen AnwohnerInnen auf die Barrikaden. Sie befürworteten zwar eine Neugestaltung des Kindergartens, lehnten aber das vorgelegte Bauprojekt der Architekten Morger Partner ab. Sie kritisierten vor allem die drei Meter hohe Betonmauer mit Öffnungen, die den Kindergarten umgeben wird.

Die Gegnerschaft erhob Einsprache gegen den Bau und ergriff schliesslich das Referendum. Mit an Bord: die Riehener SP. Das Projekt sei nicht kinderfreundlich, die Mauer gleiche einem «Kloster» und verursache zudem Lärm und Hitze, argumentierten sie.

Der Gemeinderat verwies dagegen auf den zusätzlich benötigten Schulraum in Riehen aufgrund der steigenden Anzahl Schülerinnen und Schüler. Der Bau entspreche zudem «architektonisch, pädagogisch sowie energetisch» den heutigen Ansprüchen.

Verlierer nicht überrascht

Der Kindergarten wird also nun getreu dem Projekt gebaut. Die SP Riehen überrascht die Niederlage an der Urne nicht: «Es war für uns von Beginn an klar, dass es schwierig wird, gegen die zuständige Gemeinderätin und das Projekt anzukommen», so Präsident Noé Pollheimer. Es sei am Ende jenes Resultat heraus gekommen, das man erwartet habe. «Trotzdem ist es für uns ein klarer Erfolg, dass die Diskussion geführt wurde, wie Schulen aussehen sollen», so Pollheimer.

Riehen muss aufholen

Diese Diskussion könnte in Riehen nicht die letzte gewesen sein. In den kommenden Jahren wird an jedem Schulstandort in der Gemeinde gebaut – Riehen hinkt den neusten Standards in Sachen Infrastruktur hinterher. Und wenn um Projekte gezankt wird, müssen die Kinder und Jugendlichen weiter auf neue Kindergärten und Schulhäuser warten.

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