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Das Bundesratshearing im Kulturhotel Guggenheim in Liestal. (Video: Telebasel)
Schweiz

Stelldichein der SP-Kandidatinnen in Liestal

Die SP lud zum vierten und letzten Podium mit den drei SP Kandidatinnen. Der Andrang in Liestal war gross.

Im Saal im Kulturhotel Guggenheim in Liestal ist jeder Stuhl besetzt, diejenigen die erst gegen sieben Uhr eintrafen standen am Rand und selbst auf dem Balkon oberhalb der Bühne, waren alle Plätze besetzt. Das letzte der vier öffentlichen Hearings der SP Schweiz mit ihren drei Kandidatinnen für die Nachfolge von Simonetta Sommaruga war ein regelrechter Strassenfeger und dies während einer Fussball-Weltmeisterschaft.

Viel Einigkeit

Die drei Kandidatinnen für den Bundesratssitz Eva Herzog, Evi Allemann und Elisabeth Baume-Schneider eint, dass alle drei den Politbetrieb aus dem FF kennen. Alle drei waren, oder im Fall von Evi Allemann sind, Teil der Exekutive in ihren jeweiligen Kantonen. Dazu kommt, dass alle auch Erfahrung in den eidgenössischen Parlamenten vorweisen können und dementsprechend bestens vernetzt sind im Berner Politbetrieb. Auf diese prall gefüllten Rucksäcke verwiesen alle drei Kandidatinnen immer wieder.

Auch Inhaltlich waren keine grosse Differenzen zwischen den Kandidatinnen zu spüren. Egal ob bei der Kaufkraft, dem Klimawandel, dem Service Public oder dem fehlenden Personal in der Gesundheitsversorgung zeigten  Allemann, Baume-Schneider und Herzog sich in vielen Punkten einig. Alle Kandidatinnen erhielten die Möglichkeit ihre persönliche Politisierung den Zuhörerinnen und Zuhörer näher zu bringen.

Einzig bei einer Publikumsfrage zur Schweizer Neutralität in Zeiten des Krieges in der Ukraine zeigten sich kleinere Differenzen auf. Die Basler Ständerätin Herzog plädierte dort darauf, dass Neutralität keinesfalls Gleichgültigkeit bedeuten dürfe. Die Übernahme der EU-Sanktionen durch die Schweiz sei der richtige Schritt gewesen. Die Jurassische Ständerätin Baume-Schneider stellte die friedliche Schweiz ins Zentrum und dass es für sie zum Beispiel nicht in Frage käme, dass Kriegsmaterial, welches die Schweiz nach Deutschland geliefert hatte, weiter in die Ukraine geliefert würde. Die Berner Sicherheitsdirektorin Allemann wünscht sich hingegen mehr Einsatz für den Frieden, gerade von der Schweizer Armee und nennt Friedensmissionen wie zum Beispiel im Kosovo als gelungene Beispiele für Einsätze der Schweizer Armee im Ausland zur Friedenssicherung.

Heimspiel für Eva Herzog

Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand in Liestal natürlich Eva Herzog. Die Basler Ständerätin wuchs in Pratteln im Kanton Baselland auf und könnte für Basel nach 49 Jahre des Wartens wieder einen Sitz in der Landesregierung holen. Viele SP Mitglieder aus dem Kanton Basel Stadt waren nach Liestal gekommen und für sie ist klar, dass Eva Herzog aufs Ticktet der Partei gehört. Jüngere Anwesende fanden hingegen Elisabeth Baume-Schneider mit ihren linkeren Positionen überzeugender. Sicher ist, dass die jurassische Kandidatin am meisten Lacher beim Publikum verbuchen konnten.

Die SP-Mitglieder des National und Ständerates stimmen diesen Samstag darüber ab, wer es auf das Zweierticker der Partei schafft. Die Vereinigte Bundesversammlung wählt dann am 7. Dezember die Nachfolgerin von Simonetta Sommaruga.

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