Schweiz

Schnäppchen jagen ist möglich – aber mit Plan

Der Black Friday verspricht jeweils unzählige Schnäppchen. Experten raten jedoch die Preise genau zu vergleichen.

Ab Mitternacht wird er Shoppingfreudigen den Schlaf rauben: der Schnäppchentag Black Friday. Der Tag, der traditionellerweise nach dem amerikanischen Thanksgiving-Fest als Brückentag dient, gilt bei vielen Händlern inzwischen als umsatzstärkster Tag im Jahr. Besonders die Verkäufe von Elektronik laufen gut. Experten raten zum Preisvergleich.

Sind die vermeintlichen Schnäppchen am Black Friday überhaupt echt? Oder wird die Gutgläubigkeit der Konsumenten ausgenutzt? Zumindest vom Gesetz her dürfen die Detailhändler Preise nicht künstlich hochpushen, um dann am Black Friday Fake-Schnäppchen anzubieten. «Vorgetäuschte Rabatte sind aufgrund der Preisbekanntgabeverordnung gesetzeswidrig, auch wenn es immer wieder schwarze Schafe gibt», erklärt der Geschäftsführer des Verbands Handel Schweiz, Patrick Kessler.

Vorsicht vor Black Friday-Label

Doch man kann die Kundschaft auch zum Kaufen verführen, ohne sie zu überlisten. So reicht es laut Kessler beispielsweise oftmals schon, wenn irgendwo Black Friday geschrieben steht. «Es gibt Unternehmen, die nur ‹Black Friday› draufschreiben, aber nichts runtersetzen: Allein der psychologische Effekt zählt.» Deshalb rät er den Konsumenten, die Preise zu vergleichen. So sehe man schnell, ob es sich wirklich um ein Schnäppchen handle oder eben nicht.

Der Detailhandelsexperte Gotthard Wangler empfiehlt den Konsumenten zudem, sich genaue Vorgaben zu machen, was sie kaufen möchten. Denn auch wenn die Artikel günstig sind, macht man unter Umständen keinen guten Deal, weil man die gekauften Dinge vielleicht gar nicht braucht. «Aber wenn die Konsumenten am Black Friday wirklich nur das kaufen, was sie brauchen, und sich nicht verführen lassen, können sie echte Schnäppchen ergattern», sagt er.

Mehr Rabattaktionen geplant

Viele Unternehmen haben etwas mehr Rabattaktionen geplant als im vergangenen Jahr, wie sie auf Anfrage sagen. Bei anderen ist die Zahl der Rabatte etwa vergleichbar, dafür dauert die Aktionszeit länger, manche bieten mehr Rabatte und dies auch über einen längeren Zeitraum.

Während viele gezielte Rabatte verteilen, senken einzelne gleich die Preise für das ganze Sortiment. Manche haben über eine ganze Woche lang täglich neue Aktionen parat, andere vergünstigen das Sortiment nur am Black Friday selbst.

Fernseher und Lego

Etwas homogener zeigen sich die Händler jedoch, wenn es um die beliebtesten Artikel für den Schnäppchentag geht. «Erfahrungsgemäss ist Elektronik sehr beliebt an Black Friday», sagt eine Sprecherin des Einkaufszentrums Glatt. Und das bestätigen alle Händler, die solche Produkte im Sortiment haben.

So rechnen sie damit, dass Geräte wie Computer, Notebooks, Bildschirme, Kopfhörer, Handys, Kameras, Sport-Uhren oder auch Gaming-Konsolen sehr gerne gekauft werden. Und eine Sprecherin von Microspot und Interdiscount sagt: «Aufgrund der Kombination von Black Friday und dem Start der Fussball WM rechnen wir ausserdem mit einer überdurchschnittlichen Nachfrage nach TV-Geräten.»

Auch beim Spielzeug und Artikeln für Kinder gehen die Händler von sehr guten Verkäufen aus. «Sicher werden viele Kunden die Gelegenheit nutzen, erste Weihnachtsgeschenke wie Kinderspielzeug im neuen Lego Store zu kaufen, der einen Tag vor dem Black Friday eröffnet», so die Sprecherin des Glatt.

Verfügbarkeit ist sichergestellt

Laut einem Sprecher von Brack.ch ist inzwischen auch die Lieferkettensituation wieder deutlich besser geworden als noch vor einem Jahr. «Wir rechnen mit keinen Lieferengpässen. Aufgrund der Situation auf dem Rohstoffmarkt könnte es allenfalls Verzögerungen bei Holzspielzeug geben», sagt er.

Allgemein haben die meisten Händler volle Lager oder geben mindestens an, diese seien besser gefüllt als 2021. Enttäuschungen über verpasste Schnäppchen dürften dennoch nicht ganz ausbleiben. «Wie bei all unseren Aktionsangeboten gilt jedoch auch bei den Black-Friday-Aktionen: Äs hät, solang’s hät», so heisst es bei der Aldi-Medienstelle – und diese Regel gilt auch für diverse andere angefragte Händler.

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