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Telebasel News-Beitrag vom 22. November 2022.
Basel

Vermieter sind nicht scharf auf Sex-Shop

Mark Marty muss mit seinen «Peepstore» das Steinenbachgässlein verlassen. Seit drei Jahren sucht er ein neues Ladenlokal, bekommt aber nur Absagen.

Eine milchige Glasscheibe mit grellen Schriftzügen verdeckt die Sicht. Vibratoren, Porno-DVDs und Reizwäsche-Mannequins stehen im Kunstlicht. Der «Peepstore» ist einer der beiden letzten Sex-Shops in Basel, die nicht zu einer Kette gehören. Ob das so bleibt, ist ungewiss: Geschäftsführer Mark Marty muss den Laden im Steinenbachgässlein verlassen. Die in die Jahre gekommene Liegenschaft wird totalsaniert. Es bleibt ihm noch eine Galgenfrist von einem halben Jahr.

Vor drei Jahren begann er die Suche nach einer neuen Bleibe. «Dann kam Corona. Ich dachte, jetzt, da es so viele Freistände gibt, werde ich das eine oder andere Angebot bekommen, ist aber nicht so. Sie lassen die Lokale lieber leer stehen, statt dass sie sie mir geben», bedauert Mark Marty. Manchmal war bereits beim ersten Telefon Schluss, sobald er den VermieterInnen sagte, was er verkauft.

Widersprüchlicher Umgang mit Sex-Artikeln

Nicht immer hätten die Inhaber aber mit offenen Karten gespielt. So reichte er kürzlich eine Anfrage bei einer grösseren Immobilienfirma ein. In der Absage, die Telebasel vorliegt, hiess es, man habe sich für einen anderen Interessenten entschieden. «Dann ging ich eine halbe Stunde später schauen und das Ladenlokal war wieder inseriert, mit neuem Text, neuem Grundrissplan und 600 Franken günstiger», sagt Marty. Das besagte Inserat ist immer noch online.

Beim Umgang mit den Sex-Shops beobachtet Marty gewisse Widersprüche. Bei vielen Onlineportalen und Zeitungen blitzen Werbungen für Sextoys auf, nur wenige Clicks entfernt. «Das ist omnipräsent in jeder Zeitung. Das ist genau der Punkt. Du siehst es überall, doch ein Lokal bekomme ich trotzdem nicht und das ist sehr zermürbend», so Mark Marty.

Lifestyle-Spielzeuge statt «Stützli-Sex»

Wie das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) auf Anfrage von Telebasel schreibt, mache der Zonenplan keine Vorgaben dazu, was für eine Art von Geschäft in eine Liegenschaft einziehen kann. Es stehe den VermieterInnen eines Ladenlokals entsprechend frei, dieses an jemanden zu vermieten, der darin einen Sex-Shop eröffnen möchte.

Trotzdem hat Marty bisher mit seinen Bewerbungen auf Granit gebissen. Auch sein neues Konzept in den Bewerbungen konnte ihm hier nicht weiterhelfen. Künftig will Marty keine Videokabinen mit «Stützli-Sex»  mehr führen, auch die Glasscheiben und Mannequins sollen weg. Stattdessen wolle er vermehrt eine jüngere Kundschaft ansprechen. Er präsentiert sein Ladenprojekt nicht mehr unter dem Label Sex, sondern «Lifestyle» und «Personal Health».

Zielgruppe seien etwa Paare, die sich gerne beraten lassen. Oft kämen etwa Leute zu ihm, die die Gleitmittel aus dem Onlinehandel nicht ertragen oder die Sextoys gerne begutachten möchten vor dem Kauf. Ein grosses Kundensegment sei auch die BDSM-Szene. Zudem kämen auch Prostituierte in den Laden. Diese kauften etwa die Kondom-Tausenderpackungen für die Sexstudios. Kundschaft habe er trotz Internet-Konkurrenz, sagt Marty. Zum einen das ältere Publikum, das die DVDs sucht, aber eben auch eine jüngere Klientel.

1 Kommentar

  1. Ich hoffe das Hr. Marty schon bald ein neues Schaufenster bekommt. Ein Sex Shop ist wie jedes andere Geschäft nur ist das Produkt nicht das selbe…Report

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