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Der Telebasel News-Beitrag vom 23. November 2022.
Basel

Rheintunnel sorgt für viele Diskussionen

Gestern fand eine Informationsveranstaltung zum Rheintunnel statt. Dieser stösst vor allem beim Komitee «Dreirosen bleibt» auf Unverständnis.

Im Jahr 2029 soll der Startschuss zum Bau des Rheintunnels fallen. Doch bereits jetzt werden die Anwohner der angrenzenden Quartiere über dieses Riesenprojekt informiert – so auch gestern im Bereich der Dreirosenbrücke. Die Dreirosenanlage soll der Bevölkerung während des Baus zwischen 2029 und 2014 nur begrenzt bis gar nicht zur Verfügung stehen. Dies stösst bei Klima-Aktivisten auf grosses Unverständnis, die deshalb das Komitee «Dreirosen bleibt» gegründet haben.

Vor dem Informationsanlass von gestern hatte das Komitee mit diversen Transparenten gegen den Bau des Rheintunnels protestiert: «Wir möchten, dass diese extrem wichtige Grünfläche im Quartier erhalten bleibt», sagt Basta-Grossrätin Tonja Zürcher «Wir finden, dass es absurd ist, in der heutigen Zeit eine Autobahn zu bauen, die mehrere Milliarden Franken kostet und über zehn Jahre lang gebaut wird. Dieses Geld soll lieber in den Klimaschutz investiert werden.»

Einsprache des Kantons kommt nicht in Frage

Während der Fragerunde der Informationsveranstaltung brachten die Gegner ihren Unmut über den Rheintunnel zum Ausdruck. Der Tunnel sei vor allem mit den Klimazielen nicht zu vereinbaren. Zum Beispiel in Bern habe der Gemeinderat Einsprache gegen den Ausbau der A1 auf acht Spuren zwischen Wankdorf und Grauholz eingelegt. Tonja Zürcher fragt sich, warum dies nicht auch in Basel möglich wäre.

Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller versteht den Unmut. Eine Einsprache des Kantons gegen den Rheintunnel kommt für sie aber nicht in Frage: «Ich habe erwartet, dass wir heute zwei Stimmen hören werden. Eine Seite sagt, dass dieses Projekt komplett aus der Zeit gefallen sei und unseren Klimazielen widerspricht. Die Andere Seite sagt, dass es eine Verlagerung des Verkehrs bewirkt und somit weniger Lärm bedeutet. Wir haben nun beide Stimmen gehört.»

Zürcher macht sich nicht nur wegen dem Klima Gedanken, sondern auch wegen den Kindern, die neben der Dreirosenanlage zur Schule gehen: «Es ist gleich eine Schule nebenan. Die Kinder hätten dann während zehn Jahren Lärm und staub. Wir wissen von anderen Quartieren, dass solche Baustellen riesige Probleme für die Schulen sein können. Wir verstehen nicht, wieso man so einseitig auf dieses Projekt setzt und keine Alternative prüft.»

Die Dreirosenanlage hätte man auch in der Baukommission gerne umgangen, jedoch sei es nicht anders möglich gewesen, sagt Esther Keller: «Das sind riesige Baustellen-Installationen und Baumaschinen und die müssen irgendwo Platz finden. Es ist uns aber wichtig, dass wir in unmittelbarer Nähe eine Grünfläche schaffen. »

Jugendzentrum soll bleiben

Heute haben der Kanton Basel-Stadt und das Bundesamt für Strassen (Astra) einige Ideen für diese Ersatzflächen vorgelegt. Der Kanton und das Astra schreiben, dass mit den vorgestellten Ideen «ausreichend Freiraum verfügbar bleibt». So könne parallel zur Dreirosenbrücke am Rand des geplanten Klybeck-Stadtteils neuer öffentlicher Raum entstehen, entlang des Rheinufers ein Uferpark. Das Jugendzentrum Dreirosen könne zudem während der ganzen Bauzeit vor Ort bleiben, sofern das Tiefbauamt eine Alternative für sein Magazin in der Dreirosenbrücke finde.

Die ersten Projekte müssten fertig sein, bevor der Tunnelbau bei der Dreirosenanlage beginnt. Ziel sei es, dass sich alle Planungspartner zu einer Arbeitsgruppe unter Federführung des Kantons zusammenschliessen. Die Leitideen für die Ersatzflächen sind vom 23. November bis am 7. Dezember 2022 bei den Fenstern des Schulhaus Dreirosen öffentlich einsehbar, wie es weiter heisst.

Beim Bau des Rheintunnels ist aber nicht nur die Grünfläche Dreirosenanlage betroffen. Unter anderem sind auch diverse Freizeitgärten in Mitleidenschaft gezogen. Einige Parzellen gehen sogar ganz verloren. Da hat der Kanton aber bereits eine Lösung bereit: «Die Menschen, die ihren Garten verlieren, werden einen Ersatzgarten bekommen», sagt Esther Keller.

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