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Der Telebasel News-Beitrag vom 22. November 2022.
Basel

Bürgerliche Politiker: «Die Fischergalgen gehören in unser Stadtbild»

Die Solitude-Promenade soll saniert werden. Dabei stellen Politiker den Verbleib der Fischergalgen in Frage. Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten.

Wer am Rheinufer entlang schlendert, kennt sie nur zu gut: Die Basler Fischergalgen, welche sich am Rheinufer befinden. Nun folgt der Schock: Die kleinen Häuschen könnten womöglich für immer verschwinden. Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat vergangene Woche einen Bericht veröffentlicht. Darin wird die Neugestaltung der Solitude-Promenade und die darunterliegende Uferböschung thematisiert.

Nach dem Hochwasser im Sommer 2021 sollen diese saniert und sicherer gemacht werden. Im Bericht steht allerdings auch, dass «die in der Böschung platzierten Fischergalgen ihre frühere Funktion verloren haben und werden heute privat genutzt.» Die UVEK schätzt die Galgen «deshalb sowohl in der Naturschutz- wie auch in der Grünanlagenzone zonenfremd» ein. Bei der Sanierung der Böschung müssten die Galgen zurück gebaut werden und man könne deshalb über deren Verbleib nachdenken.

«Ich finde das skandalös»

Anders sehen das bürgerliche Politiker. Mitte-Präsident Balz Herter ist entsetzt über diesen Vorschlag. «Ich finde das skandalös. Die Fischergalgen gehören in unser Stadtbild. Sie sind seit Ewigkeiten da und jetzt haben plötzlich einige das Gefühl, dass sie entfernt werden können, weil sie nur hobbymässig genutzt werden.» Diese Meinung teilt er nicht. Er selbst verbringt viel Zeit am Rheinufer und kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass die Menschen sehr wohl aktiv sind. «Man muss sich etwas mit dem Thema beschäftigen und dann sieht man auch, dass die Galgenfischer sehr aktiv sind, ihr Vereinsleben aktiv leben, fischen und auch zum Rheinbord schauen,» so Herter.

Ähnlich sind auch die Reaktionen auf Social Media. So äussert sich LDP-Grossrat Michael Hug ebenfalls dazu und verspricht, dass er sich «vehement für den Erhalt der identitätsstiftenden Baukörper einsetzen» werde. Der FDP-Präsident Daniel Seiler äussert sich ebenfalls mit einem sarkastischen Tweet zu dem Thema: «Die Fischergalgen müssen weg, weil diese privat und nicht kollektiv genutzt werden. Aus dem Rocheparking machen wir dann ein Umerziehungslager für unbelehrbare Besitzautofahrer», heisst es auf seinem Account.

Fischer: «Wir wollen einfach nur fischen»

Von den Plänen wenig begeistert sind auch die Betroffenen selbst: die Mitglieder vom Basler Galgenfischer 1920. «Es ist unser Hobby, denn wir können hier fischen. Es zählt zum Naturschutz, um den wir uns auch kümmern», sagt Rolf Jeger im Telebasel-Interview. Er selbst fischt immer, wenn er in seinem Galgen ist. Natürlich würden auch mal private Veranstaltungen in seinem Galgen stattfinden. Aber: «Unsere Aufgabe ist es primär den Fisch, neben dem wir ihn auch fischen dürfen, zu schützen und zu ihm zu schauen und ihn zu pflegen.»

Das UVEK hat den Gegenwind bereits zu spüren bekommen und räumt gewisse Schwachstellen in der Kommunikation ein. «Im Nachhinein hätten wir in unserem Bericht klarer machen sollen, dass wir unsere Aussagen auf die planungsrechtlichen Grundlagen beziehen. So wäre klarer gewesen, dass wir nicht den Antrag stellen, die Galgenfischerei müsse aufhören», heisst es auf Anfrage.

3 Kommentare

  1. Wer sind diese GrossrätInnen, die den nicht nachvollziehbaren Abriss der Fischergalgen fordern? Nennt sie beim Namen, dann kann man das bei den nächsten Wahlen berücksichtigen.Report

  2. UVEK ist politisch und Profi in Kommunikation – mir wei mal säge – Lüt, so nit! oder baut gerade mal ’nen vollständigen Tankerchannel durch Basel, so können dann endlich die wirklich grossen Schiffe ab durch die Mitt(l)ere Brücke schippern… Was meint Baudep Basel noch dazu?Report

  3. Liebe Basler,seit euch bewusst, die Galgenfischerei wie sie in Basel noch betrieben wird, stellt ein einzigartiges Kuturgut in Europa dar.
    Ich denke, etwas mehr Respekt, den alten Traditionen gegenüber wäre angebracht.
    R. HellerReport

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