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Ornithologen haben die Möwen in Basel im Blick. (Video: Telebasel)
Basel

Valentin (28): «Vögel zu beobachten, ist mein Ausgleich»

Die Lachmöwen sind wieder in Basel zu Gast. Zwei, die das besonders freut, haben sich ausgerüstet mit Feldstecher und Stativ auf den Weg zum Birsköpfli gemacht.

Zum Birsköpfli kommt Valentin immer wieder. Es ist ein günstiger Ort, um Vögel zu beobachten. Ab Mitte Oktober findet man dort vor allem Lachmöwen. Sie sind in Basel zum Überwintern. Dieses Jahr hat sich deren Ankunft aber etwas verspätet. Das liege wohl am warmen Wetter, erklärt der 28-Jährige. Die Wasservögel kommen vom hohen Norden oder Osten in die Schweiz. Aber eben erst dann, wenn es dort richtig kalt wird.

«Ich finde es einfach entspannend»

Seit er 15 Jahre alt ist, beschäftigt sich Valentin regelmässig mit Ornithologie. Als Jugendlicher stiess er zur Jugendgruppe der Ornithologischen Gesellschaft Basel, die «Bebbi Babbler». Heute leitet er die Gruppe und teilt mit ihnen die Begeisterung für sein spezielles Hobby. «Ich finde es einfach entspannend. Es ist schön, am Rhein zu sein. Und immer mal wieder hat man ein Erfolgserlebnis. Es ist sozusagen mein Ausgleich», so der Doktorand.

Gemeinsam mit der Jugendgruppe hat Valentin ein Lachmöwen-Projekt lanciert. Zusammen wollen sie dokumentieren, woher die «Basler» Lachmöwen genau kommen. Dazu muss man die Vögel ganz genau ins Visier nehmen, am besten mit dem Feldstecher. So kann man am Fuss einiger Möwen einen farbigen oder metallenen Ring erkennen. Dieser gibt Auskunft darüber, wo der jeweilige Vogel herkommt und wie alt er ist. «Jene, die von etwas weiter her kommen sind aus Finnland, der Ukraine oder Russland. Die meisten kommen aber aus Polen, Tschechien oder dem Baltikum», sagt Valentin.

Nachwuchs willkommen

Während der Pandemie hätten viele Menschen dieses Hobby für sich entdeckt, erzählt Luzius Fischer, Präsident der Ornithologischen Gesellschaft Basel. «Vor allem ältere Leute. Aber in der Zeit von Corona ist das Interesse gestiegen, die Leute wollen vor Ort Dinge unternehmen und interessieren sich nun mehr für die Umwelt und die Natur», sagt Luzius Fischer.

Schwieriger sei es, junge Menschen für Vögel zu begeistern. «Bei den Jungen ist natürlich die Konkurrenz gross. Sie haben viele andere Hobbys zur Auswahl, da muss man einfach etwas bieten, damit der ein oder andere Jugendliche anbeisst.»

Die Lachmöwen sind noch bis Anfang März in Basel. Danach kehren die Wintergäste zurück in ihre Sommergebiete.

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