Katar und Ecuador eröffnen die Fussball-Weltmeisterschaft 2022. (Bilder: Keystone, Montage: Telebasel)
International

Duell der Aussenseiter zum WM-Start

Für Katar und Ecuador gilt es am Sonntag erstmals ernst. Die beiden Aussenseiter der Gruppe A eröffnen um 17.00 Uhr Schweizer Zeit in Al-Khor die WM in Katar.

Es ist für Katar schon ein Schlüsselspiel. Um die Achtelfinals anzuvisieren, sind drei Punkte gegen Ecuador fast Pflicht. Einfacher wird es in den Tagen danach nicht. Es warten dann noch die Niederlande und Senegal, zwei Teams aus den Top 20 der FIFA-Weltrangliste.

Wozu die katarische Nationalmannschaft in der Lage ist, kann niemand so richtig sagen. Das komplette Team kommt aus der eigenen, nicht hochstehenden Meisterschaft. Aber der Gastgeber geniesst auch Vorteile. Die vom Spanier Felix Sanchez trainierte Truppe bereitete sich über Monate zusammen akribisch auf die kommenden Auftritte vor, und sie wird mit den schwierigen Klima-Bedingungen selbstredend am besten umgehen können.

Überraschender Asienmeister

Ganz ohne sportliche Referenzen startet Katar nicht in seine erste Weltmeisterschaft. Vor drei Jahren gewann die Nationalmannschaft aus dem nur knapp drei Millionen Einwohner zählenden Land überraschend die Asien-Meisterschaft und schlug dabei auch WM-Stammgäste wie Saudi-Arabien, Südkorea oder im Final Japan. Überragend war damals Stürmer Almoez Ali mit neun Toren. Zusammen mit seinem Sturmpartner Akram Afif soll er wieder für Unterschied sorgen.

Sanchez, der seit 2017 Katar betreut, zeichnete ein ziemlich klares Bild davon, was von seiner Mannschaft zu erwarten ist und was nicht. «Es wäre selbstmörderisch von uns, die Initiative zu ergreifen», erklärte der Katalane in einem Interview mit der spanischen Sportzeitung «Marca». «Wir versuchen, hinten kompakt zu stehen, so wenig wie möglich zuzulassen und stark zu kontern.» Beim Coup an der Asien-Meisterschaft kam Katar im Schnitt auf weniger als 50 Prozent Ballbesitz.

Ecuador hinten dicht

Individuell hat Ecuador mehr zu bieten als Katar. Zudem sind sich die Südamerikaner mit Teamstützen wie Piero Hincapié von Leverkusen, Moises Caicedo von Brighton oder Enner Valencia von Fenerbahce Istanbul das höchste Spielniveau gewohnt. Ihre vierte WM-Qualifikation in den letzten 20 Jahren schafften sie auch, weil sie gegen Brasilien und Argentinien je einen Punkt holten.

Stressfrei verlief dann die Vorbereitung auf die WM nicht. Am Grünen Tisch versuchten Chile und Peru den Ecuadorianern noch das WM-Ticket zu entreissen, weil mit Byron Castillo einer in der Qualifikation im Einsatz gestanden hatte, der ihrer Meinung nicht spielberechtigt gewesen wäre. Castillo wurde nun vorsorglich aus dem WM-Kader genommen. Er gehörte als Aussenverteidiger zum Stamm von Ecuador, das in den letzten sechs Partien immer zu null spielte, aber nur zweimal gewann.

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