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Der Telebasel Talk vom 18. November 2022.
Basel

Abgänge bei der Basler Polizei: «Es fehlt auch an der internen Wertschätzung»

Der Polizei laufen die Leute davon. 90 Vollzeitstellen sind nicht besetzt. Im Talk redet der Vizepräsident des Polizeibeamtenverbandes Harald Zsedényi.

Seit Sommer ist die Zahl öffentlich: Bei der Basler Polizei sind 90 Vollzeitstellen nicht besetzt. Die Kündigungen nehmen zu, wie die BZBasel im Juli berichtete: «Hatten 2019 14 Personen ihre Anstellung beendet, waren es 2020 bereits 23 und 2021 33 Personen. Und die Zahl nimmt weiter zu. «Seit Anfang Jahr kam es im Korps der Kantonspolizei zu 39 Kündigungen durch Arbeitnehmer». Seit Wochen werden interne Massnahmen geprüft, die den Abfluss stoppen sollen. Ein Thema bei der Diskussion ist auch die Entlöhnung: Basel-Stadt liegt etwa im nationalen Durchschnitt.

Demos, Fussballspiele, Kriminalität

Genannt wird regelmässig die starke Beanspruchung der Polizistinnen und Polizisten wegen Fussballspielen und Demos. Einzelne Mitarbeitende hätten wegen Pikettdiensten und Spezialeinsätzen kaum an zehn ganzen Wochenenden frei. Dazu kommt die belastende Strassenkriminalität, die die 24 Stundengesellschaft hervorbringt. Überhaupt stehen die hohen Kriminalitätszahlen im Stadtkanton diametral zur im nationalen Vergleich geringen Beamtendichte. In dieser Situation fordert SVP-Grossrat Felix Wehrli per Vorstoss eine Arbeitszeitreduktion, gerade auch für das Personal im Schichtdienst.

Wie die Aargauer Zeitung schrieb, steht Basel-Stadt nicht allein da mit dem Problem. Schweizweit fehlten nach UNO-Standard 6’800 Beamte. Aber 90 Prozent der Bewerbungen seien unbrauchbar. In einem Punkt sieht der geschäftsführende Vizepräsident des Polizeibeamten-Verbandes Basel-Stadt (Pbvb) Harald Zsedényi Verbesserungspotential: Bei der internen Wertschätzung. An der fehle es in Basel. Er befürchtet eine Negativspirale.

Im Talk am Freitag, 18. November 2022, 18.45 Uhr: Harald Zsedényi, geschäftsführender Vizepräsident des Polizeibeamten-Verbandes Basel-Stadt

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