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Der Telebasel News Beitrag vom 17. November 2022.
Baselland

Uni-Baudebakel: Baselbieter Parlamentarier nehmen es gelassen

Nach dem Biozentrum droht das nächste Debakel. Ein neuer Bau der Universität wird 153 Millionen Franken teurer als geplant. Die Baselbieter nehmen es gelassen.

Das neue Forschungsgebäude für das Departement Biomedizin der Uni Basel kostet deutlich mehr als geplant. Ursprünglich veranschlagten die Universität und die beiden Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland Kosten in der Höhe von 212 Millionen Franken. Nun verteuert sich der Bau um 153 Millionen Franken, also um über 72 Prozent, wie die beiden Kantone und die Uni mitteilen. Die Bauzeit wird von ursprünglich drei auf neu sechseinhalb Jahre veranschlagt.

Begründet wird der massive Kostenanstieg mit der längeren Ausführungsdauer und den zwischenzeitlich erheblich gestiegenen Baupreisen und der Teuerung. Hinzu komme die «adäquate Berücksichtigung der Projektkomplexität auch aufgrund der Erfahrungen aus dem Projekt Neubau Biozentrum».

Kosten massiv unterschätzt

Der ursprünglich auf 153 Millionen Franken geschätzte Kredit habe auf einer rudimentären Grobkostenschätzung beruht. Im Submissionsverfahren habe sich dieser Betrag als nicht ausreichend herausgestellt. Auch die Realisierungsdauer des Vorhabens sei unterschätzt worden. Mit der Offerte von Implenia, die auf dem ausgearbeiteten Bauprojekt und dem 2021 eingereichten Baugesuch basiere, liege nun eine verlässliche Kosten- und Terminplanung vor.

Die Gelder für den Neubau werden von der Uni Basel auf dem Finanzmarkt beschafft. Dabei ermögliche eine Kreditsicherungsgarantie der beiden Trägerkantone, damit die Uni die benötigen Kredite zu günstigen Konditionen aufnehmen könne. Dafür hatten beide kantonalen Parlamente bereits 2014 eine Garantie in der Höhe von 212 Millionen Franken gewährt. Nun kommen nochmals 153 Millionen Franken dazu.

Baselbieter Parlamentarier nehmen es gelassen

Erfreut könne man zwar nicht sein, so der Baselbieter FDP-Fraktionspräsident Andreas Dürr, aber er sehe auch das Positive: «Man hat es im Vorfeld schon gemerkt und das ist sicherlich ein Lerneffekt gegenüber dem Biozentrum-Debakel. Was wir jetzt schauen müssen, ist, ob der Mehrpreis auch ein Mehrwert ist», so Dürr.

Auch die SVP zeigt sich zwar nicht glücklich, dennoch gelassen: «Das zeigt, wie unseriös damals Projekte aufgegleist wurden. Wir hoffen, dass man aus dem Biozentrum entsprechend eine Lehre gezogen hat. Von daher sind wir natürlich enttäuscht, dass es so viel teurer kommt, auf der anderen Seite haben wir eine faire und realistische Kostenschätzung auf dem Tisch, mit der wir Entscheide fällen können», so der Baselbieter SVP-Fraktionspräsident Peter Riebli.

Parlamente müssen höhere Kredite bewilligen

Die beiden Regierungen beantragen deshalb ihren Parlamenten eine paritätische Erhöhung der Kreditsicherungsgarantien für den Neubau um je 76,5 Millionen Franken. Zusätzlich soll die Ausgabenbewilligung für die Rückbaukosten des alten Biozentrums um je 3 Millionen Franken erhöht werden. Diese steigen, weil sich auch das Rückbauverfahren beim alten Biozentrum als wesentlich komplexer erweist als ursprünglich geplant.

«Ich gehe davon aus, dass es für die Uni kein Problem sein wird, das Projekt zu finanzieren. Es fliesst von Seiten Kanton noch kein Geld. Es wird der Uni nur ermöglicht, auf dem Finanzmarkt günstiger Geld aufzunehmen», so Peter Riebli. Die zweite Abstimmung, wo man das Globalbudget neu verhandle, werde die Härtere sein. Man müsse darüber verhandeln, «ob das Globalbudget regelmässig erhöht wird, oder ob man es einfrieren muss, oder ob man die Uni zum Sparen zwingen muss», so der SVP-Fraktionspräsident.

Wie in der Immobilienvereinbarung, die ein Teil des Universitätsvertrags zwischen Basel-Stadt und Baselland darstellt, übernimmt die Universität als Gebäudeeigentümerin die Bauherrschaft für den Neubau. Umgesetzt wird das Vorhaben von Implenia, die als Totalunternehmerin das Projektrisiko übernimmt. Die Realisierungsvariante erfolgt mit offener Abrechnung und garantiert der Universität die schlüsselfertige Erstellung des Neubaus mit einem verbindlichen Kostendach. Auch dies liest sich wie eine direkte Reaktion auf das Debakel um die markant höheren Kosten des Biozentrums.

3 Kommentare

  1. Eine Frechheit. Was heißt hier man nimmt es gelassen ? Wo bleibt die gegenwärt?
    Die Chemie darf machen was Sie will ? Aber sonst geht es noch ? Die Gälder sollten Sie nicht erhalten ! Dazu eine Strafe im gleichen Betrag in die Pensionskasse !Report

  2. Halb so schlimm: Das sind bloss die Auswirkungen unserer so Hoch-
    Gescheiten Typen, die überall am Ruder sitzen und sich für unersetzbar halten. Und all jagen denen fleissig hinterher.Report

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