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Der Telebasel Talk vom 15. November 2022.
Schweiz

Neues Album: Anna Aarons reifstes Werk

Wichtige Woche für Anna Aaron: Am Samstag tauft die Basler Popkünstlerin ihr viertes Album «Gummy». Und am Freitag könnte sie den Pop-Preis 2022 erhalten.

Ihr neues Album sei ein Befreiungsschlag, die Songs berauschend und beseelt, befand die BZ. Die Künstlerin habe an Statur gewonnen. Ähnlich liest sich das Fazit vom Aeschenplatz: «Gummy» sei «ihr stimmigstes und vielleicht auch bestes Album», schrieb die BaZ.

Die Songs wirkten ausschweifend und zugleich kompakt, zugänglich und doch mutig. «Das sind herbe Widersprüche, die Aaron scheinbar mühelos aufzulösen weiss.» Weltgrössen wie die Talking Heads oder Terry Riley werden auf Augenhöhe mit der Basler Pianistin und Sängerin zitiert. Grosse Namen, aber auch grosse Gefühle: nichts neues bei der Künstlerin, die es seit Jahren schafft, dass sowohl die Kritik wie auch Fans an ihren Wellengängen teilnimmt.

Sphärisches Zwischenreich, krachender Real-Ton

Ein easy listening bereitet uns die 37-jährige Pop-Künstlerin (erneut) nicht. Aarons kunstvolle Produktion versetzt die singende Erzählerin mit vielschichtigen sphärischen Hall- und Echoräumen in ein schwer greifbares Universum, in ein Zwischenreich. Für die Erdung sorgt als Kontrast das Schlagzeug von Bernard Trontin (The Young Gods), der Aarons Beats mit krachendem Real-Ton überspielte. Das Album klingt insgesamt so, als hielte Aaron alles, zumindest vieles auf dieser Welt für Kulisse. Sogar der Popsong scheint dabei wie ein eher zufälliges Medium.

Die unbefangene, leicht melancholische Lebensfreude, die im Vorgänger «Pallas Dreams» (2019) etwa in «Moskito», übersprang, der anarchische Witz von «Why not», all diese Entgrenzungen sind geradezu diszipliniert gesetzten Arrangements gewichen. «Gummy» ist ein Musterbeispiel dafür wie Gefühle von Verlust oder Trauer um so stärker wirken, wenn sie nicht mehr betont werden, wenn die Künstlerin sogar Trost und Wärme spenden will. Ein «Trennungsalbum», sagte sie der BaZ. Wir finden: Ihr reifstes Werk.

Plattentaufe und Pop-Preis 2022

Am Samstag, 19. November, ab 20 Uhr stellt sie ihr Album im Humbug live vor. Aber der Freitag wird für Anna Aaron nicht minder wichtig: Sie ist für den Basler Pop Preis, dotiert mit 20’000 Franken, nominiert, zusammen mit Mehmet Aslan, Sam Himself und der Rapperin La Nefera. Vor elf Jahren gewann sie ihn. 2010 erhielt sie den Haupt-Förderpreis der RegioSoundCredits.

Im Talk am Dienstag, 15. November 2022, ab 18.45 Uhr: Anna Aaron, Basler Popkünstlerin.

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