George Russel gewinnt seinen ersten Grand Prix. (Bild: Keystone)
International

Russel holt sich ersten Sieg in Brasilien

George Russel kann sich über seinen ersten Rennsieg freuen. Die Redbulls schaffen es nicht aufs Podest und sorgen mit internen Streitigkeiten für Schlagzeilen.

Das vorletzte Rennen dieser Formel-1-Saison bringt gleich zwei Premieren: George Russell feiert in Brasilien seinen ersten GP-Sieg und beschert Mercedes 2022 damit den ersten Sieg. Hamilton macht nach einer Kollision mit Verstappen den silbernen Doppelerfolg perfekt.

Mercedes hat die letzten Jahre in der Formel 1 dominiert. Seit Einführung der Hybridmotoren im Jahr 2014 fuhr der britische Rennstall von Sieg zu Sieg, mindestens neun pro Saison waren es für das Weltmeister-Team der vergangenen acht Jahre immer gewesen. Doch mit der grossen Regel-Reform kam die silberne Siegmaschinerie auf diese Saison hin ins Stottern – bis George Russell im 21. Grand Prix die erfolgsverwöhnte Mercedes-Crew doch noch erlöste.

Der 24-jährige Engländer, der am Vortag mit seinem Triumph im Sprint bereits für Jubel im Lager der Silberpfeile gesorgt hatte, wusste aus seiner ersten Pole-Position der Karriere maximalen Profit zu schlagen und wies die Konkurrenz auch im Hauptrennen über 71 Runden in die Schranken.

Nach einer chaotischen Startphase mit Safety-Car hielt der beeindruckend fahrende Russell sogar seinen heranstürmenden Teamkollegen Lewis Hamilton auf Distanz, auch, als im Finish nach einer neuerlichen Safety-Car-Phase das Feld noch einmal zusammenrückte. Im Ziel trennten Russell und Hamilton letztlich 1,5 Sekunden.

Mit der Ausnahme von Hamilton hat seit dem Grand Prix von Brasilien vor exakt zehn Jahren kein anderer britischer Fahrer mehr ein Formel-1-Rennen gewonnen.

Hamilton droht erste sieglose Saison

Nach seinem Premierensieg sprang Russell entfesselt in die Arme seiner in der Boxengasse warteten Mechaniker. «Ich wusste, dass wir es schaffen können, ich wusste es. Ich brauche ein paar Taschentücher», sagte der von seinen Gefühlen überwältigte Engländer mit Freudentränen in den Augen, bevor er am Telefon Glückwünsche des in Brasilien nicht anwesenden Mercedes-Teamchefs Toto Wolff entgegennahm.

Auch Hamilton freute sich nach seinem neunten Podestplatz in diesem Jahr über «ein fantastisches Ergebnis. Ich freue mich wirklich so sehr für ihn (Russell)», sagte der siebenfache Weltmeister, der weiter auf auf seinen 104. GP-Erfolg warten muss. Seine 16. Saison in der Formel 1 droht die erste ohne einen einzigen Sieg zu werden.

Verstappen widersetzt sich Teamorder

Hinter den beiden Mercedes komplettierte Carlos Sainz im Ferrari das Podest in Interlagos. Der bereits seit vier Wochen als zweifacher Weltmeister feststehende Max Verstappen im Red Bull konnte für einmal nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen. Eine selbst verschuldete Kollision mit Hamilton liess den von Startplatz 3 losgefahrenen Saison-Dominator im vorletzten Saisonrennen nicht über Platz 6 hinauskommen.

Dass der Niederländer seinen unmittelbar dahinter folgenden Teamkollegen Sergio Perez in der Schlussphase nicht vorbeiliess, sorgte im Red-Bull-Lager für stark erhitzte Gemüter.

Die darauffolgende provokante Machtansage von Verstappen am Funk stiess nicht nur seinem Teamkollegen sauer auf.

Denn Perez könnte die WM-Punkte im Kampf um den 2. Platz in der Fahrerwertung gut gebrauchen. Vor dem Saisonfinale vom kommenden Wochenende in Abu Dhabi liegt der Mexikaner gleich auf mit Charles Leclerc. Der Monegasse im Ferrari machte als Vierter in Brasilien sechs Zähler auf Perez gut. Russell liegt als Vierter bereits 25 Punkte hinter dem Duo zurück.

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