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Die Medienkonferenz der Swiss Foodball League vom 11. November 2022. (Video: Youtube/Keystone SDA)
Schweiz

Jetzt ist es fix: Doch keine Playoffs in der Super League

Die Vertreter der Swiss Football League haben entschieden: Die Playoffs sind vom Tisch. Ab der Saison 2023/24 kommt der Schotten-Modus.

Im Mai sprechen sich die Vereine der Swiss Football League mit grosser Mehrheit für die Einführung von Playoffs in der höchsten Liga aus. Knapp ein halbes Jahr später werden die Playoffs aber bereits wieder verworfen. Die Vertreter der 20 Klubs der SFL sprachen sich an der Generalversammlung in Bern für den Antrag des FC Zürich aus, die Meisterschaft der Super League ab der Saison 2023/24 nach schottischem Vorbild auszutragen.

Widerstand formierte sich

Der Widerstand gegen Playoffs hatte sich in den letzten Wochen schnell formiert. Die Fans machten praktisch in allen Stadien Stimmung gegen Playoffs, weil diese unfair, ungerecht seien. Die Fangruppierungen sammelten fast 60’000 Unterschriften, selbst Profispieler (wie Breel Embolo) unterschrieben. Der FC Zürich reichte schliesslich den Antrag zur Abschaffung des Playoff-Modus ein. Viele Klubs schlossen sich dem Vorstoss von Zürichs Präsident Ancillo Canepa an.

Schon vor der Abstimmung am Freitag war klar, dass es für die Befürworter von Playoffs knapp wird. Am Tag der Abstimmung hielt der FC Basel, der sich zuvor zurückgehalten hatte, in einem Statement fest, dass auch er sich gegen den Playoff-Modus stemmt.

Aufstockung bleibt

Nicht zur Diskussion stand die Aufstockung der Super League von zehn auf zwölf Teams. Anstatt für Playoffs entschieden sich die Vertreter von Super League und Challenge League für das sogenannte «Schottland-Modell». Dieser Modus sieht drei Runden mit je elf Spielen pro Team vor. Danach wird das Feld halbiert, wobei die besten sechs Mannschaften eine Finalrunde und die übrigen sechs Teams eine Abstiegsrunde spielen (je 5 Runden).

Dieser Modus stand schon vor zweieinhalb Jahren für die Super League zur Diskussion, wurde damals aber verworfen.

Mit dem Verzicht auf den Playoff-Final garantiert die Swiss Football League, dass auch in Zukunft das beste Team einer Saison der Schweiz um den Platz in der Champions League spielen wird. Mit einem Playoff-Final zwischen dem Ersten und dem Zweiten über maximal drei Spiele wäre das nicht gesichert gewesen. Dem Zufall wäre die Tür offen gestanden.

Andererseits verpasst es die Liga, die Spannung in die Meisterschaft zurückzubringen. In den letzten Jahren sicherte sich der Meister den Titel stets unbestritten und immer schon viele Runden vor Schluss. In den letzten acht Saisons betrug der Punktabstand zwischen der Ersten und Zweiten durchschnittlich 16,4 Punkte. Nie gab es einen Zufallsmeister.

Was unterscheidet Playoffs und Schotten-Modell?

Der Modus, der als Playoffs betitelt wurde, ist kein Playoff, wie man ihn aus anderen Sportarten kennt. Nach 22 Runden in der dann neu zwölf Teams umfassenden Super League gehen die ersten sechs in die Champions Group und die anderen in die Qualification Group. Dort spielen die Teams nochmals je zweimal gegeneinander. Im Saisonfinale spielen dann die ersten zwei in einer Best-of-3-Serie um den Titel, während die acht dahinter liegenden Mannschaften im K.o.-Modus um die Europacup-Plätze kämpfen.

Auf der schwierigen Suche nach einem Modus, der nach der Aufstockung für nächste Saison praktikabel ist, wurden die Gegner der Playoffs in Schottland fündig. Das Schotten-Modell, das in der Schweiz schon vor zweieinhalb Jahren zur Abstimmung stand, sieht 33 Runden vor und danach eine Einteilung der ersten sechs in die Championship Group und der anderen sechs in die Relegation Group. Innerhalb dieser Gruppen spielt jedes Team gegen jeden, also nochmals fünf Partien. In der Championship Group wird um die Meisterschaft und die Europacup-Plätze gespielt, in der Relegation Group gegen Abstieg und Barrage-Platz.

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