Im Juni überwies der Grosse Rat eine Motion an die Regierung, die mehr finanzielle Mittel für die Ballettschule Theater Basel forderte. (Symbolbild: Keystone)
Basel

Kein Geld mehr für die Ballettschule Basel

Eine Motion forderte mehr finanzielle Unterstützung für die Ballettschule Basel. Nach den Missbrauchsvorwürfen gab es im Grossen Rat jetzt eine Kehrtwende.

Der Vorstand der Ballettschule Theater Basel bedauert, dass der Grosse Rat den Antrag um eine zusätzliche Finanzhilfe durch den Kanton abgelehnt hat. Er zeigt vor dem Hintergrund der aktuellen Missbrauch-Vorwürfe aber gleichzeitig auch Verständnis für den abschlägigen Entscheid. Der Vorstand der Ballettschule werde die Situation abklären und neben der unabhängigen Untersuchung der Missbrauch-Vorwürfe abklären, was das für die Zukunft der Schule bedeute, heisst es in der Medienmitteilung vom Donnerstag.

Der Antrag um Staatsbeiträge war in einer ursprünglich breit abgestützten Motion der LDP gestellt worden. Darin wurde aufgeführt, dass sich die Ballettschule einer Finanzierungslücke von 300’000 bis 500’000 Franken gegenübersehe. Gegenwärtig muss die Schule mit Sponsoringelder und einem Grundbildungsbetrag von 18’000 Franken pro Berufsschülerin und -schüler auskommen, was nicht ausreiche.

Schwerwiegende Missbrauchsvorwürfe

Die Motion hatte eine Erstüberweisung an die Regierung geschafft, verpasste am Mittwoch nun aber die Zweitüberweisung, was einem verbindlichen Auftrag gleichgekommen wäre. Die Regierung hatte sich aus rechtlichen Gründen gegen eine Überweisung ausgesprochen, weil eine Unterstützung eines privaten Lehrbetriebs nicht statthaft sei.

Der Grosse Rat sprach sich aber vor allem wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen eine definitive Überweisung der Motion aus. Die NZZ am Sonntag und das Basler Online-Medium Bajour hatten Ende Oktober über regelmässige Demütigungen und Beschimpfungen der Schülerinnen sowie übermässigen Leistungsdruck mit der Folge von Ermüdungsbrüchen und massiven Essstörungen berichtet. Der Vorstand leitete darauf eine unabhängige Untersuchung ein und stellte die Schuldirektorin frei.

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