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(Video: Telebasel)
Basel

Easyjet will Mädchen fürs Fliegen begeistern

Am nationalen Zukunftstag hat Easyjet 15 Mädchen zum Euroairport eingeladen. Dort lernten sie den Pilotenberuf kennen, den noch immer vor allem Männer ausüben.

Die Fluggesellschaft Easyjet setzte zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie ihr Pilotenausbildungsprogramm fort. Bereits im Februar stellte Easyjet seine neue Rekrutierungskampagne für sein Ausbildungsprogramm vor. In den nächsten fünf Jahren sollen 1000 PilotInnen verpflichtet werden, so das Ziel der Kampagne.

Dabei verwendet das Unternehmen Werbeanzeigen, welche einige der Fähigkeiten vorstellt, die man als PilotIn braucht. Die Anzeigen hinterfragen ausserdem die Klassen- und Geschlechterstereotypen des Berufs. Angesichts der Tatsache, dass weltweit nur rund sechs Prozent der PilotInnen Frauen sind, setzt sich die Fluggesellschaft gezielt dafür ein, mehr Frauen zu ermutigen, diesen Beruf auszuüben.

Zora Weiss war ebenfalls am Zukunftstag dabei. Sie interessiert sich seit längerem für den Beruf. «Das spannende an diesem Job ist das Fliegen und dass man immer neue Orte sehen kann», so die Schülerin. Ausserdem habe sie ein Buch gelesen, das so fesselnd war, dass sie unbedingt beim Zukunftstag dabei sein wollte.

Späterer Traumberuf

Linda Nordström arbeitet seit 2008 als Pilotin. Für sie war es nicht Liebe auf den ersten Blick, auch wenn ihr Vater selbst Pilot war und sie deswegen bereits in frühen Jahren im Cockpit sass. Die zweifache Mutter arbeitete zuerst in der Gastrobranche. Als ihre Mutter sie dazu ermutigte Flugbegleiterin zu werden, kam ihr die Idee zum Pilotenschein. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits Mitte 20.

«Damals gab es noch nicht wirklich Pilotinnen. Es gab keine Vorbilder, denen ich hätte folgen können. Ich wurde lange gar nicht dazu inspiriert, Pilotin zu werden. Diese Inspiration möchte ich den künftigen Pilotinnen geben», so Nordström. Mit ihrer positiven Art konnte sie auch Zora begeistern. Sie ist sich nach dem Tag sicher: Sie mag den Beruf und kann sich vorstellen, selbst eines Tages im Cockpit zu sitzen. «Ich stelle mir den Job als Pilotin sehr schön, aber auch etwas stressig vor. Ich denke schön, weil du jeden Tag etwas Neues erlebst. Stressig, weil wenn mal etwas am Flugzeug sein sollte, wie Turbulenzen oder wenn etwas schiefläuft. Dann trägst du die Verantwortung für 120 Menschen.»

«Fliegen ist einfach toll»

Nach über 14 Jahren im Beruf ist auch die Pilotin immer noch glücklich im Job. Für sie ist es ein Traumberuf, weil sie das Fliegen liebt. «Fliegen ist einfach toll, ich liebe es. Es ist ein spezieller Job und ich bin sehr stolz darauf, Pilotin zu sein. Du kannst dich jeden Tag verbessern und etwas Neues lernen. Das macht es zu einem fantastischen Job.»

Bei ihrem aktuellen Arbeitgeber schätzt sie, dass sie abends wieder bei ihrer Familie ist. Je nach Flugroute fliegt die Pilotin mit ihrem Co-Piloten oder ihrer Co-Pilotin und einer vierköpfigen FlugbegleiterInnen-Crew vier Mal am Tag. Für die Flugrouten gilt immer der Hin- und Rückflug. Deswegen hat sie auch in den wenigsten Fällen Zeit, sich die Destination anzuschauen. Das sei aber nicht weiter schlimm, denn sie geniesse es einfach, in der Luft zu sein und das Flugzeug zu fliegen.

Kein Personalmangel bei Easyjet

Die Flugbranche schaut auf einige turbulente Jahre zurück. Nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie stand die Branche still. Auch sonst haben viele Unternehmen Mühe damit, die offenen Stellen zu besetzen. Der einstige Traumberuf geniesst nicht mehr das lupenreine Image, den er früher genoss. Easyjet habe allerdings keine Probleme, Nachwuchs zu finden. Der Flugriese setzt auf lokale Rekrutierungen und Anstellungen, wo immer er tätig ist und bietet so schnelle und attraktive Karrieremöglichkeiten. Für 2023 plant Easyjet Switzerland etwa rund 15 Co-Piloten einzustellen. Deren Ausbildung wird Anfang nächsten Jahres beginnen.

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