(Bild: Telebasel)
Basel

Eine Surfbar im «Roten Kater» und neue Player im Kleinbasler Milieu

Im «Roten Kater» und «Moulin Rouge» entsteht Neues. Anders in der Bermuda-Bar: Diese bleibt auch unter dem Nachfolger der Emmenegger-Familie beim Rotlicht.

Lange herrschte beim  «Roten Kater» gähnende Leere. Nun aber krempeln Handwerker die ehemalige Kontaktbar an der Webergasse um. Der Rotlichtbetrieb befand sich in Liquidation, nun aber hat er einen neuen Eigentümer. Dieser will das Lokal wieder zum Leben erwecken. Er wolle dort eine Surfbar eröffnen, sagt der Inhaber Andreas Strauss gegenüber Telebasel. Mit Rotlicht soll das Lokal nichts mehr am Hut haben, Sexarbeiterinnen hätten keinen Zutritt. Wenn möglich soll die Strandbar noch vor der Fasnacht ihre Türen öffnen, so Strauss. Das Kleinbasler Milieu schrumpft also weiter: Wie auch schon im «Klingeli» und im «Roten Bären» gehören auch im Kater die roten Lampen der Vergangenheit an.

Das ist aber nicht überall so. Das Nachbarslokal bewegt sich in die gegenläufige Richtung. Ein Aushang kündigte Ende September bei der «Bermuda Bar» ein Wiedereröffnung mit «Girls» an. Vor rund anderthalb Jahren wurde die Liegenschaft von der ehemaligen Eigentümerin Silvia Emmenegger verkauft. Dies bedeutete auch den Wegzug der Familie Emmenegger aus dem Kleinbasler Milieu. Lange blieb unklar, ob die Bermuda Bar unter dem neuen Eigentümer zu einem «normalen» Lokal wird, wie dies der Trend in den letzten Jahren vorgab. Dem ist nun nicht so. Der neue Eigentümer Roland Kurz besitzt auch noch vier weitere Liegenschaften im Geviert Weber- und Ochsengasse. Was in den einzelnen Gebäuden geplant ist, bleibt offen. Der Immobilieninhaber war trotz mehrmaliger Anfragen per E-Mail und per Telefon nicht erreichbar.

Neues «Moulin Rouge» soll im Dezember eröffnet werden

Zumindest ist bekannt, was aus dem einstigen Etablissement «Moulin Rouge» wird, das ebenfalls der Immobilienfirma von Roland Kurz gehört. Parallel zum «Roten Kater» findet auch hier eine Abkehr vom Rotlicht statt. Wie Telebasel bereits vor drei Jahren schrieb, eröffnet das Team des Restaurants Boo dort eine neue Bar. Allerdings kam es zu grossen Verzögerungen, wie auch schon das Newsportal Prime News dieses Jahr berichtete.

Offenbar waren die Betreiber am Rande einer Abbruch der Übung: Bis vor wenigen Wochen war das renovierte leere Lokal sogar noch auf einem Immobilienportal ausgeschrieben. Gesucht wurde ein neuer Pächter, der auch das ganze Inventar für 120’000 Franken übernehmen sollte. Mittlerweile wurde dieses Inserat entfernt. Das lange Hin und Her soll nun ein Ende haben. Die Bar werde Anfang Dezember aufmachen, sagt Geschäftsführer Tam Lanz gegenüber Telebasel. Renovationsarbeiten, Corona und Probleme mit Bewilligungen hätten das Vorhaben in die Länge gezogen.

Vorgesehen sind Cocktails und kleine Häppchen. Wie Tam Lanz betont, habe die neue Bar nichts zu tun mit dem Thai-Restaurant Boo, es gebe nur personelle Überschneidungen. Auch wenn das Rotlicht hier Vergangenheit ist, soll der Name Moulin Rouge vorerst beibehalten werden. Ein weiterer langjähriger Leerstand im Milieu findet hingegen vorläufig kein Ende. Das Lokal «zer Alte Schmitti» sollte eigentlich zu einem Pub werden. Das kündigte der Inhaber vor anderthalb Jahren an. Nach wie vor sind aber die Türen der Schmitti geschlossen.

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